Pharmaindustrie

Deutscher Geheimdienst: China könnte Europas Situation ausnutzen

Der deutsche Bundesnachrichtendienst warnt vor einer Verknappung bedeutender Medikamente. Peking könnte jetzt die - selbst herbeigeführte - Abhängigkeit Europas von chinesischer Produktion als Druckmittel nutzen, so der Geheimdienst.

Pharmaindustrie Coronavirus China Deutschland Europäische Union BND

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) warnt vor den Auswirkungen der Corona-Krise für den europäischen Medikamentenmarkt. Die Quarantänemaßnahmen in China hätten zu Produktionseinbrüchen geführt, die mittelfristig zu Preissteigerungen bei Medikamenten in Europa führen könnten, zitiert das digitale Wirtschaftsmagazin "Business Insider" aus einem "Sonderbericht Wirtschaftsschutz" des Auslandsgeheimdienstes.

Großteil der Grundchemikalien stammt aus China in Indien

Demnach ist von den massiven Produktionsrückgängen mittlerweile bereits die Weiterverabeitung der Grundchemikalien aus China in Indien stark betroffen, wo einige der weltweit größten Produzenten von Generika sitzen.

BND: "Erste Hinweise auf Verteuerung und Verknappung"

Es gebe "erste Hinweise auf eine mögliche Verteuerung und Verknappung bedeutender Medikamente", zitiert das Magazin aus dem BND-Bericht. Besonders betroffen sei die "Produktion von Antibiotika, von Schmerzmitteln, von Diabetesmedikamenten (wie Metformin) sowie Herz-Kreislauf-Medikamenten." Beispielsweise sei der Preis für das Antibiotikum Azithromycin in der vergangenen Woche um 70 Prozent gestiegen.

White Paper zum Thema

Laut BND sei diese "Abhängigkeit der Gesundheitsversorgung westlicher Länder von der chinesischen Medikamentenherstellung" durchaus bekannt. Er warnte dem Bericht zufolge, dass China diesen Zustand künftig als "indirektes Druckmittel" für die "Durchsetzung eigener Interessen" nutzen könnte. (afp/apa/red)

JETZT NEU: Corona Economy: Der neue Nachrichten-Echtzeit-Dienst von INDUSTRIEMAGAZIN. Registrieren Sie sich hier.

Lesen Sie auch:
>> Gebrüder Weiss Geschäftsführer Bauer im Interview: "Von Tag zu Tag geringere Mengen"

>>Gebrüder Weiss Air & Sea Geschäftsführer Thoma im Interview: "Der Preis hat sich manchmal sogar stündlich neu gebildet"

INDUSTRIEMAGAZIN: Was jetzt zu tun ist:

COVID-19: Service für Unternehmen >>

Corona-Krise: Werden Unternehmen von Mietzinszahlungen befreit?

Hauptversammlungen in Zeiten von COVID-19: Das müssen Unternehmen beachten >>  

Die Fördermöglichkeiten rund um COVID-19 im Überblick

Verwandte tecfindr-Einträge