Kraftwerkbau

Auch GE streicht in der Kraftwerksparte tausende Stellen in Europa

General Electric plant den Abbau von 12.000 Jobs in seiner Sparte für Kraftwerke. Wie viele Arbeitsplätze in Österreich betroffen sind, teilt das Unternehmen nicht mit. In Deutschland sollen es 1.600 sein, in der Schweiz 1.400.

Wegen schwacher Geschäfte mit Gas- und Kohlekraftwerken baut der US-Industriekonzern General Electric (GE) weltweit rund 12.000 Jobs ab. Auch Deutschland ist mit 1.600 Streichungen betroffen.

In Österreich sind derzeit keine Pläne für einen Personalabbau bekannt, hieß es von Arbeitnehmervertretern zur APA. Zuvor hatte bereits Siemens im klassischen Kraftwerksgeschäft Einschnitte bekanntgegeben. Mehr dazu: Machtkampf bei Siemens: Die 7 wichtigsten Antworten >>

"Die Entscheidung war schmerzhaft, aber notwendig", erklärte GE-Kraftwerks-Chef Russell Stokes, in dessen Bereich die Stellen wegfallen, vor wenigen Tagen. General Electric stellt wie Siemens Gasturbinen und andere Kraftwerkstechnik her.

Die Nachfrage ist wegen der zunehmenden Verbreitung von Wind- und Solaranlagen jedoch spürbar gesunken und damit auch die erzielbaren Preise. "Wir erwarten, dass der Markt herausfordernd bleibt", sagte Stokes.

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Fünf Standorte in Deutschland betroffen

In Deutschland sollen die 1.600 Stellen an den Standorten Mannheim, Stuttgart, Berlin, Mönchengladbach und Kassel gestrichen werden, teilt GE mit. Die Fertigung von "GE Power Conversion" in Berlin und von "GE Grid Solutions" in Mönchengladbach solle geschlossen werden.

Die Gewerkschaft IG Metall kündigte umgehend Widerstand an. GE-Deutschlandchef Alf Henryk Wulf betonte, dass man die Einschnitte so sozialverträglich wie möglich gestalten und mit den Arbeitnehmern beraten wolle. Der Konzern beschäftigt in Deutschland an mehr als 50 Standorten rund 10.000 Mitarbeiter.

In der Schweiz soll jeder dritte Arbeitsplatz verschwinden

In der Schweiz will General Electric 1.400 von insgesamt 4.500 Stellen streichen. Betroffen sind die Standorte Baden, Biel und Oberentfelden. Ganz geschlossen werden diese Standorte aber nicht, wie GE vor wenigen Tagen mitteilte.

Für die betroffenen Mitarbeitern wird es einen Sozialplan geben. Der Abbau wird sich über die nächsten zwei Jahre erstrecken. GE wolle möglichst dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter wieder eine Stelle finden, sagt Michael Rechsteiner, Vice President & CEO Power Service Europe.

GE: Fatale Fehlentscheidungen des Managements

Grund für den Abbau ist unter anderem der rückläufige Markt für thermische Gaskraftwerke. GE-Chef John Flannery hatte nach einem "fürchterlichen" dritten Quartal ein hartes Durchgreifen mit Milliardenverkäufen angekündigt.

Der amerikanische Industrie-Riese ist auch wegen hausgemachter Probleme unter Druck und versucht, mit einem Konzernumbau die Wende zu schaffen. So machte sich GE mit dem Kauf der Energiesparte von Alstom noch abhängiger vom schwankenden Öl- und Gasgeschäft.

Alleine in der Kraftwerkssparte soll im kommenden Jahr eine Milliarde Euro eingespart werden, konzernweit sollen die Kosten in diesem und dem kommenden Jahr um 3,5 Mrd. Dollar (rund 3 Mrd. Euro) sinken.

Das Unternehmen will sich auf die Geschäftsbereiche Energie, Luftfahrt und Gesundheitstechnik konzentrieren. (APA/Reuters/dpa/red)

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