Aluminiumindustrie

Angriff auf Norsk Hydro: Werke in Vorarlberg betroffen

"Die Lage ist ziemlich ernst": Der norwegische Aluminiumriese Norsk Hydro kämpft gegen einen Hackerangriff. Betroffen ist auch das Werk von Hydro Extrusion in Nenzing sowie Kunden des Oberflächenbeschichters Collini in Hohenems. Aluminiumpreise steigen bereits.

Der norwegische Aluminium-Riese Norsk Hydro ist Ziel eines Hackerangriffes geworden. "Das ist ein typischer Lösegeld-Angriff", sagte Finanzchef Eivind Kallevik. "Die Lage ist ziemlich ernst." Die Cyber-Attacke sei von den USA aus gestartet worden, die Identität der Angreifer aber noch unklar.

Die IT-Systeme in den meisten Geschäftsfeldern waren betroffen, mehrere Werke standen zeitweise still. Nun meldet Norsk Hydro, derzeit werde daran gearbeitet, die Schadsoftware zu identifizieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Ein Werk und Firmen in Vorarlberg betroffen

Unter den betroffenen Standorten ist auch das Werk der Tochterfirma Hydro Extrusion in Nenzing in Vorarlberg, wie die "Vorarlberger Nachrichten" hier berichten. Demnach musste die Produktion in Vorarlberg teilweise abgestellt werden.

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"Wegen der fehlenden Systemunterstützung mussten wir die Produktion teilweise abstellen", so Hydro Nenzing-Geschäftsführer Manfred Rotschne gegenüber den "Vorarlberger Nachrichten". Mitarbeiter seien nach Hause geschickt worden.

Laut einem Bericht des ORF Vorarlberg sind auch Kunden des Oberflächenbeschichters Collini mit Sitz in Hohenems von dem Angriff betroffen. Das Unternehmen Collini selbst sei aber nicht betroffen, hieß es.

Preis für Aluminium, Platin und Palladium steigt bereits

Anleger befürchteten wegen des Angriffs einen Versorgungsengpass bei Aluminium. Der Preis für das im Automobil- und Flugzeugbau benötigte Industriemetall stieg um bis zu 1,2 Prozent auf ein Dreimonatshoch von 1.944 Dollar (1.713 Euro) je Tonne. Die Aktien von Norsk Hydro verloren um bis zu 3,4 Prozent.

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Der Angriff begann am Montagabend und verschärfte sich über Nacht. Die Website des Unternehmens war daraufhin stundenlang nicht zu erreichen. "Die oberste Priorität von Hydro ist es nun, das Ausmaß des Angriffs zu begrenzen und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten", erklärte das Unternehmen.

Angriff wegen Lösegeld?

Der norwegischen nationalen Sicherheitsbehörde zufolge nutzen die Angreifer möglicherweise den Computervirus LockerGoga, der Daten auf Festplatten verschlüsselt. Das notwendige Passwort für den Zugang zu ihren Daten erhalten die Opfer solcher sogenannter Ransomware meist erst nach einer Lösegeld-Zahlung. Auf die Frage, ob Lösegeld gezahlt werde, erklärte das Unternehmen, wichtigstes Ziel sei, das System wieder zum Laufen zu bringen.

Norsk Hydro beliefert die Autoindustrie

Norsk Hydro betreibt Werke unter anderem in Norwegen, Katar und Brasilien und stellt Aluminiumteile unter anderem für Autobauer her. Die Wasserkraftwerke waren nicht von dem Angriff betroffen. Auch die Werke außerhalb Norwegens seien in Betrieb.

Letzter großer Angriff auf Norweger erster vor wenigen Wochen

Erst vor wenigen Wochen wurde das norwegische Softwareunternehmen Visma Ziel von Hackern angegriffen. Experten zufolge arbeiteten die Angreifer im Auftrag des chinesischen Geheimdienstes und zielten darauf ab, Firmengeheimnisse zu stehlen. 2017 hatten Hacker über den Wannacry-Virus Schäden in Milliardenhöhe bei Krankenhäusern, Banken und anderen Unternehmen weltweit angerichtet. Die USA machten Nordkorea für diese Attacken verantwortlich, die Regierung in Pjöngjang wies die Anschuldigungen zurück.

(red mit reuters/apa)

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