Autoindustrie

Achtes Rekordjahr bei BMW - Tesla-Konkurrenz aus Müchen

BMW baut sein wichtiges Tesla-Konkurrenzmodell i4 in München. Für das Vorjahr meldet der Autobauer einen Gewinn von knapp neun Milliarden Euro - unter anderem ausgerechnet wegen der Steuerreform in den USA, wo der Autobauer gerade in der Kritik Washingtons steht.

BMW hat dank der US-Steuerreform den Gewinn unter dem Strich deutlich gesteigert. Der Überschuss kletterte 2017 auf 8,7 Mrd. Euro, das sind um 26 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie der Münchner Autobauer mitteilt.

Der positive Effekt rund um die Steuersenkung in den USA belief sich demnach auf 977 Mio. Euro. Über den höheren Nettogewinn dürfen sich auch die Aktionäre freuen, die eine Rekorddividende erhalten sollen: je Stammaktie 4,00 (Vorjahr: 3,50) Euro und je Vorzugsaktie 4,02 (3,52) Euro. Dieser Vorschlag sei "ein Signal der Zuversicht", dass der BMW-Konzern seinen Erfolgskurs beibehalten werde, sagte Vorstandschef Harald Krüger.

Kräftiges Gewinnplus

2017 verbuchte der Münchner Oberklasse-Hersteller das achte Rekordjahr in Folge: Das Ergebnis vor Steuern stieg um 10,2 Prozent auf 10,655 Mrd. Euro, der Umsatz um 4,8 Prozent auf 98,678 Mrd. Euro. In der zentralen Autosparte verharrte die Rendite (Ebit-Marge) indes bei 8,9 Prozent und lag damit erneut hinter Mercedes-Benz mit 9,7 Prozent.

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Elektrischer BMW i4 wird in München gebaut

BMW hat den durchschnittlichen CO2-Ausstoß seiner Neuwagenflotte in Europa im vergangenen Jahr trotz eines geringeren Diesel-Anteils von 124 auf 122 Gramm je Kilometer gesenkt. Das gab BMW zu Beginn des Genfer Autosalons bekannt.

Mit 600 km Reichweite als Konkurrenz zu Tesla

Der Autobauer kündigt zugleich den Bau eines rein elektrischen BMW namens i4 an, der Tesla Paroli bieten soll.

Eine Studie dieses viertürigen Elektro-Coupes hatte BMW im September auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt gezeigt. Es soll bis zu 600 Kilometer Reichweite haben und auf eine Spitzengeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern kommen. Vorstandschef Harald Krüger sagte: "Dieses Fahrzeug wird Realität: Wir werden es als BMW i4 in München bauen."

Autohersteller brauchen mehr Elektroautos

Bei Oberklasse-Konkurrent Mercedes-Benz war der Ausstoß des Klimagases CO2 im vergangenen Jahr im Flottendurchschnitt von 123 auf 125 Gramm gewachsen. BMW hatte im vergangenen Jahr erstmals mehr als 100.000 Plug-in-Hybride und rein elektrisch fahrende Autos verkauft und will bis 2025 25 elektrifizierte Modelle auf dem Markt haben.

Die Autohersteller brauchen mehr Elektroautos, um CO2-Strafzahlungen in der EU zu vermeiden und um die Vorgaben und Nachfrage im größten Automarkt China zu erfüllen.

Die EU will, dass Neuwagen bis 2025 im Schnitt zunächst 15 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen sollen, bis 2030 dann 30 Prozent weniger. Derzeit reichen die Regeln bis 2021. Dann dürfen alle Modelle eines Herstellers im Mittel nur 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. (reuters/dpa/apa/red)

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