Österreichs 1000 mächtigste Manager

In den vergangenen Wochen haben die Netzwerkanalytiker von FASresearch mit den Daten des österreichischen Firmenbuchs das Beziehungsgeflecht von über 20.000 Personen ausgewertet. Die Analyse zeigt, dass sich das Netzwerk der Österreichischen Wirtschaft sich nicht von globalen Entwicklungen abkoppeln kann: Verbindungen verlieren an Kraft, klassische Machtzentren an Gravitation. Was die anstehende Transformation für die heimischen Eliten bedeutet.

Redaktion: Bernhard Fragner
Das Manager-Ranking entstand in Zusammenarbeit mit FASresearch

Der Besuch war ernüchternd. Das Mekka der globalen Technologieszene, das als Gravitationspunkt der Digitalisierung die Zerstörung des Bestehenden als Basis des Neuen und Guten ausgerufen hat, ist ziemlich banal. Durch die Unternehmen des Silicon Valley, erzählt Harald Katzmair, werden mittlerweile mehr Touristen geführt als hier Menschen arbeiten: „Die Besucher bekommen Disneyland-Führungen. Es fühlt sich an wie der Ballermann der Technologieszene.“

Harald Katzmair, Netzwerkanalytiker und Gründer des Sozial- und Strukturanalyseunternehmens FASresearch, ist unverdächtig, die enorme Faszination des Silicon Valley geringschätzen zu wollen. Doch das verbreitete Bild des permanent sich erneuernden, des Innovationen stets begrüßenden Konglomerats ewig junger Start-up-Helden will er so nicht stehen lassen: „Tatsächlich ist das Valley längst perfekt ausbalanciert, die Großen schlucken jeden Newcomer, bevor er gefährlich werden kann. Ich habe dort viel Defätismus gefunden.“ Katzmairs Conclusio: „Das Silicon Valley bleibt natürlich hoch innovativ. Doch unser Weg kann nicht sein, sich dieser Wallfahrt anzuschließen. Wir müssen unseren eigenen Weg finden.“ Einen solchen zu finden, ist die klassische Aufgabe der so genannten Eliten. Doch sind sie dazu überhaupt in der Lage?