Windkraftindustrie

Windradhersteller Adwen könnte doch bei Siemens landen

Siemens schmiedet mit der spanischen Gamesa einen neuen Windkraftriesen - zu dem der französische Hersteller Adwen gut passen würde, doch den will schon US-Rivale General Electric. Allerdings bieten die Amerikaner zu wenig, wie Insider sagen.

Der französische Windradhersteller Adwen könnte laut Insidern doch bei dem neuen Windkraftriesen aus Siemens und der spanischen Gamesa landen. Die beiden Fusionspartner hätten das Offert des US-Rivalen General Electric (GE) für Adwen als deutlich zu niedrig abgelehnt, sagten zwei mit dem Tauziehen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Amerikaner haben bis Mitte September Zeit, nachzubessern

"Das Angebot konnte man unmöglich annehmen", sagte einer der Insider. Allerdings habe GE noch bis Mitte September Zeit nachzubessern, sagte ein anderer. Wenn das nicht passiert, dürfte Gamesa den Anteil seines französischen Partners Areva übernehmen und in die Fusion mit der Siemens-Windkraft-Sparte einbringen. Eine Gamesa-Sprecherin sagte, es gebe noch keine Entscheidung. Siemens, Areva und GE wollten sich nicht äußern.

Eckdaten zu Adwen

Adwen ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Gamesa mit der französischen Areva für Windanlagen auf hoher See. Beide halten jeweils 50 Prozent. Das Gerangel mit Areva über die Zukunft von Adwen hatte die Gespräche über die 10 Mrd. Euro schweren Fusion der Windsparte von Siemens mit Gamesa zum Weltmarktführer in dem Bereich verzögert. Am Ende hatten sich beide Seiten ein gegenseitiges Andienungsrecht eingeräumt, das auch einen Verkauf an einen Dritten ermöglichte. Die Beteiligung steht bei Gamesa und Areva mit jeweils 60 Mio. Euro in den Büchern.

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Joe Kaeser: Zahlungsbereitschaft für Adwen begrenzt

Siemens braucht die Adwen-Technologie nicht, weil der Münchener Konzern selbst Turbinen für Offshore-Anlagen baut. GE will dagegen in das Geschäft groß einsteigen. Siemens-Chef Joe Kaeser hatte deutlich gemacht, dass seine Zahlungsbereitschaft für Adwen Grenzen hat: "Wenn wir die 50 Prozent bekommen können, dann ist das gut. Falls das nicht gelingt, und jemand ein besseres Angebot macht, dann hat er es verdient." (APA/Reuters/red)

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