Bauindustrie

Wiener U-Bahn: Swietelsky, Hochtief und Habau starten mit Bauarbeiten

Die Baukonzerne Swietelsky, Hochtief und Habau haben im Auftrag der Wiener Linien mit den Arbeiten am Ausbau der Wiener U-Bahn begonnen. Das Auftragsvolumen der Arbeitsgemeinschaft beläuft sich auf 242 Millionen Euro. Hier einige Hintergründe zur komplexen Bautechnologie des Projekts.

Bei einem Medientermin haben Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP), Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne), Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) und Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer mit Schaufeln, den Startschuss für die Bauarbeiten gegeben.

Nach jetzigem Stand soll die neue U5 - sie wird fahrerlos unterwegs sein - ab 2026 vom Karlsplatz auf der jetzigen U2-Trasse bis zum Frankhplatz (Altes AKH) fahren. Dafür muss ab dem Rathaus eine komplett neue unterirdische Trasse gelegt werden. Rund um das kommunalpolitische Zentrum sind seit Beginn der Vorwoche größere Verkehrsumleitungen in Kraft.

Tunnelvortrieb für die türkise Strecke ab Mitte 2022

Die U2 wiederum pendelt ab voraussichtlich 2028 zwischen Seestadt und Matzleinsdorfer Platz. Hier wird ebenfalls ab der Station Rathaus - sie fungiert künftig als Umstiegsknoten zwischen der türkisen und der lila Linie - ein neuer Streckenverlauf gebaut. Insgesamt werde im Wiener Öffi-Netz dadurch eine Zusatzkapazität für 300 Mio. Fahrgäste geschaffen, hieß es. Gewessler sprach in dem Zusammenhang von "einem der größten Klimaschutzprojekte in Österreich", das gleichzeitig auch bis zu 30.000 Jobs schaffe.

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Der Spatenstich fand nahe dem Frankhplatz bei der Nationalbank statt, wo die U5 nach der ersten Ausbaustufe ihre Endstelle haben wird. In den kommenden Wochen wird hier vor allem an der Oberfläche gewerkt - etwa um Asphalt aufzubrechen und Schächte einzurichten. "Schwere Tiefbaumaschinen wird man in sechs bis acht Wochen sehen", kündigte Steinbauer im APA-Gespräch an. Die ersten Tunnelvortriebsarbeiten für die türkise Neubaustrecke sollen Mitte 2022 starten.

Für die Südverlängerung der U2 wird eine 4,5 Kilometer lange Trasse errichtet. Hier wird noch im ersten Quartal losgelegt.

Nächste Ausbaustufe bis zum Wienerberg geplant

Mit den künftigen Endstationen Frankhplatz und Matzleinsdorfer Platz soll es aber nicht getan sein. Denn in der nächsten Ausbaustufe soll die U2 bis zum Wienerberg und die U5 bis zum Elternleinplatz im Bezirk Hernals fahren. Dafür fehlt aber noch die Finanzierungsvereinbarung. Zum Verständnis: Die Kosten für den U-Bahn-Bau teilen sich Bund und Stadt traditionell zur Hälfte.

Finanzstadtrat Hanke zeigte sich gegenüber der APA heute zuversichtlich, dass man noch im ersten Halbjahr 2021 eine Einigung erzielen werde. Eine Kostenschätzung konnte er nicht abgeben. Auch Finanzminister Blümel stellte die Kostenteilung nicht infrage. Wann er mit entsprechenden Verträgen rechnet? "Sobald die Unterlagen da und alle Fragen geklärt sind", sagte er der APA. Das Projekt sei immerhin "ein wichtiges für Wien und de facto für ganz Österreich".

Was die U5 betrifft, ist im rot-pinken Koalitionsprogramm sogar eine Verlängerung bis zur Vorortelinie (S-Bahn-Station Hernals) festgeschrieben. Laut Hanke ist diese Etappe aber nicht Gegenstand der anstehenden Finanzierungsvereinbarung. Für die Strecke Elterleinplatz bis Hernals wäre somit ein weiteres Paket nötig. (APA)