Cyberkriminalität

Wiener Städtische: Cyberattacken auf zwei Drittel aller Firmen in Österreich

Zwei Drittel der Unternehmen waren voriges Jahr Opfer von Cyber-Attacken, heißt es bei der Vienna Insurance Group. Größere Unternehmen seien recht gut gerüstet - der Mittelstand nicht. Besonders anfällig für Betrug per Mail seien Firmenchefs.

Cyberkriminalität Standort Österreich Industriespionage Elisabeth Stadler

Zwei Drittel der Unternehmen waren voriges Jahr Opfer von Cyber-Attacken, meint VIG-Generaldirektorin Elisabeth Stadler. Auch Gesellschaften der VIG-Versicherungsgruppe sind immer wieder betroffen, nicht nur in Österreich. Als ein Beispiel nannte Stadler heute Versuche in der Ukraine, Daten abzugreifen. Man sei sehr wachsam aufgestellt. "Daten wurden bisher bei uns definitiv nicht gestohlen."

Weltweit seien Datendiebstahl und Cyberattacken mittlerweile auf Platz vier im Ranking der großen Risiken vorgerückt, die üblicherweise von Katastrophen und Naturgewalten dominiert werden, sagte Stadler in einer Diskussion am Börsianer Festival in Wien. Vor Angststarre wurde bei der Podiumsdiskussion heute aber gewarnt.

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Große Unternehmen seien heute in der Regel gut gerüstet gegen Hacker-Angriffe, meinte Markus Trettnak, Partner und Leiter des Bereichs Forensic Risk & Compliance bei BDO in Wien. "Der Mittelstand ist noch nicht so gut gerüstet". Viele hätten sich dort noch keine Gedanken über ihre "digitalen Assets" gemacht und auch nicht über die unmittelbaren Vernetzungsrisiken. Cyber-Angriffe würden immer professioneller, zielten auf öffentliche Einrichtungen, Energieversorger, Krankenhäuser und in letzter Zeit auch vermehrt auf politische Parteien und auf spezifische Personen ab.

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In jeder Einrichtung sei der Mensch und dessen freigiebiger Umgang mit Daten der größte Schwachpunkt, hieß es bei der Podiumsdiskussion zum Thema Vernetzung und Cybersicherheit. Bei E-Mail-Betrug über so genannte Phishing-mails lägen die größten Trefferquoten übrigens in den höheren Managementebenen. Auch der BDO-Experte Trettnak räumte ein, selber schon Opfer von angeblichen "Kollegen" geworden zu sein. (apa/red)