Brexit

„Wer weiß wie es weitergeht“: Porr zieht sich aus Großbritannien zurück

Der Baukonzern Porr wird sich trotz der Einigung auf eine Brexit-Vereinbarung komplett aus Großbritannien zurückziehen. Das hat Generaldirektor Karl-Heinz Strauss auf der Gewinn-Messe bekräftigt. Denn: "Wer weiß, wie es mit dem Brexit weitergeht."

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Schon zum Halbjahrespressegespräch im August hatte der Baukonzern erklärt, das Land weise für Porr "wegen der makroökonomischen Unsicherheit keine weiteren Potenziale" auf. Nun sagte Strauss, man werde ein noch laufendes Projekt fertigstellen, aber kein neues angehen, auch wenn man etwa für Tunnelvorhaben für über eine Milliarde Pfund eingeladen worden sei.

Keine neuen Märkte wegen zusätzlichem Risiko

Porr werde künftig in keine neuen Märkte gehen, weil das zusätzliches Risiko bedeuten würde, betonte der Chef des Konzerns mit 20.000 Mitarbeitern und 7,6 Mrd. Euro Rekord-Orderstand bei 2,2 Mrd. Euro Halbjahresumsatz. Der Auftragsstand sei so hoch, dass man sich eigentlich für die nächsten zwei Jahre keine Sorgen machen müsse, wie die Mitarbeiter beschäftigt werden könnten.

Über 90 Prozent der Umsätze erziele Porr in ganz stabilen Wachstumsmärkten, "da bleiben wir, da bauen wir aus". Daneben bleibe man in Katar und Dubai als Projektmärkten, reduziere dort aber das Jahresvolumen von 500 auf 150 Mio. Euro. In Kuwait, Bahrein oder Saudi-Arabien engagiere man sich dagegen nicht.

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Brücken-Probleme in Norwegen

In Norwegen ist man laut Strauss erfolgreich mit Brücken-Projekten befasst - auch wenn es zuletzt bei einem davon Probleme gegeben hat. "Bei einer Brücke sind Fehler passiert, das eine Projekt wird auch negativ sein", sagte der Porr-Chef. Man sei dabei, die Probleme sukzessive abzuarbeiten und werde die Brücke in bestem Zustand übergeben.

Nach einem starken Wachstum in den Jahren 2017/18, in denen man um 40 Prozent zugelegt habe, sei 2019 als Konsolidierungsjahr vorgesehen, erinnerte Strauss: "Wir wollen nicht mehr zweistellig wachsen." Die Märkte Österreich und Schweiz würden gut laufen, ebenso Deutschland, wo es noch lange im Tiefbau positiv weitergehen werde, "egal wer dort regiert". In Polen gebe es gutes Wachstum, der Markt sei aber "leer gefegt von Personal"; es gebe keine Subunternehmer, man müsse auf eigene Leute zurückgreifen. Auch in Tschechien und der Slowakei laufe es gut. (apa)

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