Kommentar von Barbara Schmidt

"Umsetzung ist überambitioniert!"

Die Befugnis der E-Control, den Markt zu überwachen, übersteigt die europäischen Vorgaben bei weitem, kritisiert Barbara Schmidt, Generalsekretärin Oesterreichs Energie.

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Wir brauchen europaweit harmonisierte Regeln für den Energiehandel. Österreichs E-Wirtschaft trat immer und tritt auch jetzt für Transparenz ein, denn möglichst vollständige Marktinformation ist der beste Garant für richtige Preissignale und für Marktintegrität. Die nationale Umsetzung der REMIT, wie sie mit der ElWOG- und E-Control-Gesetzesnovelle vollzogen wurde, geht allerdings weit über die Intention der europäischen Regulation hinaus. Die der E-Control eingeräumte Befugnis zur Marktüberwachung übersteigt die Vorgaben der europäischen Verordnung. So sind Energieunternehmen ab sofort verpflichtet, eine bereits erfolgte Veröffentlichung von Insiderinformationen auch der E-Control mitzuteilen. Und das, obwohl die REMIT selbst darauf abzielt, Doppelmeldungen zu vermeiden.
 

Auch ist ein Generalverdacht gegen Energiehändler nicht gerechtfertigt. Denn auch Marktteilnehmer und Verbraucher sollten Adressaten und Nutznießer der Transparenz sein. Ob aus der Sicht der großen und mittleren Verbraucher die Kosten der Regulierung auch einem messbaren Nutzen gegenüberstehen werden, bleibt abzuwarten.

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