Personalia

Warum Peter Oswald es besser machen wird als Rudolf Kemler

Peter Oswald ersetzt Rudolf Kemler als Aufsichtsratsvorsitzenden der OMV. Er könnte die OMV wieder vorwärts bringen - schließlich macht der neue Präsident auch bei seinem Konzern Mondi einen Spitzenjob.

Die OMV-Hauptversammlung hat den Mondi-Manager Peter Oswald (53) und die frühere Notenbankerin Gertrude Tumpel-Gugerell (63) neu in den Aufsichtsrat gewählt, nachdem Aufsichtsratschef Rudolf Kemler und Roy Franklin zurückgetreten waren. Peter Oswald wurde darüber hinaus vom OMV-Aufsichtsrat, dem auch künftig zehn von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder angehören, nach dem vorzeitigen Ausscheiden Kemlers zum neuen Vorsitzenden gewählt. Die Amtszeit von Oswald und Tumpel-Gugerell läuft bis zum Ende der Hauptversammlung im Jahr 2020.

Peter Oswald wird dabei seinen Job wohl besser machen als Rudolf Kemler, der zuletzt vor allem durch die unrühmlichen Absetzung von OMV-Chef Gerhard Roiss aufgefallen ist. Oswald macht auch bei seinem Konzern Mond einen guten Job - so schrieb der Konzern im Vorjahr etwa bei 6,4 Milliarden Euro Umsatz 471 Millionen Euro Gewinn, für heuer erwarten Analysten 6,7 Milliarden Euro Umsatz und 580 Millionen Euro Gewinn. Darüber hinaus wurde er 2013 auf Nominierung von Analysten und Portfoliomanagern aus der europäischen Papier- und Zellstoffindustrie zum CEO des Jahres gekürt worden. 

Gerhard Roiss wird durch Rainer Seele ersetzt

Diese Hauptversammlung war die letzte von Gerhard Roiss als OMV-Vorstandsvorsitzender. Er wird nach 17 Jahren als Vorstandsmitglied, davon fünf Jahre als Vorstandschef, vorzeitig abgelöst - ihm folgt am 1. Juli 2015 der Deutsche Rainer Seele nach, der einige Baustellen übernehmen wird.

In der Debatte wurde von verschiedenen Rednern Kritik am scheidenden Aufsichtsratschef Kemler geübt, der für die vorzeitige Ablösung von Roiss verantwortlich gemacht wurde. Kemler ging nicht auf die Frage nach dem Grund für die vorzeitige Beendigung des Vertrages mit Roiss ein und wies lediglich darauf hin, dass der Vertrag einvernehmlich aufgelöst worden sei.

Die Umweltschutz-Organisationen Greenpeace und Global 2000 nützten die Hauptversammlung für Kritik an geplanten Ölbohrungen der OMV in der kroatischen Adria und forderten vom OMV-Vorstand, Erneuerbare Energien als "drittes Standbein" des Unternehmens aufzubauen. (apa)

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