Elektroindustrie

Übernahme von Osram: AMS bekommt von Brüssel grünes Licht

Chiphersteller AMS kann den deutschen Lichtkonzern Osram ohne Auflagen übernehmen. Die EU-Kommission hat bei der 4,6 Milliarden Euro schweren Übernahme keine Bedenken angemeldet. Wie AMS bestätigt, ermittelt zugleich die Finanzmarktaufsicht gegen den steirischen Hersteller.

Der börsennotierte steirische Chip- und Sensorhersteller AMS kann den deutschen Lichtkonzern Osram ohne Auflagen schlucken. Das teilte die EU-Kommission mit. Die Brüsseler Behörde hat demnach keine Wettbewerbsbedenken beim 4,6 Mrd. Euro schweren Übernahmeangebot. Der Wettbewerb unter Herstellern optischer Sensoren und Halbleitern werde dadurch nicht wesentlich verringert.

Die definitive Akquisition von Osram durch AMS dürfte unmittelbar bevorstehen. AMS hatte Ende 2019 nach einem Bietergefecht die notwendige Aktienmehrheit an Osram erreicht. Im März hatte AMS zu diesem Zweck bereits eine Kapitalerhöhung durchgeführt.

Erst vor einigen Tagen hatte die AMS das erfolgreiche Pricing von vorrangigen Anleihen (Senior Notes) im Umfang von 650 Mio. Euro und 400 Mio. Dollar bekanntgegeben. Damit soll die Übernahme von Osram mitfinanziert werden. Details dazu: AMS: Pricing von Schuldverschreibungen war erfolgreich >>

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AMS über "Erfolg hocherfreut"

Nach dem grünen Licht der EU-Kommission für eine auflagenfreie Akquisition des deutschen Lichtkonzerns Osram rechnet die steirische AMS AG mit einem Vollzug des Übernahmeangebotes am kommenden Donnerstag (9. Juli). Am selben Tag werde die Zahlung des Angebotspreises an die Inhaber der angedienten Aktien erwartet.

Danach werden AMS 69 Prozent aller Aktien (exklusive gehaltener eigener Aktien) von Osram gehören. "AMS ist hocherfreut über diesen Erfolg und freut sich darauf, durch die Zusammenführung von AMS und Osram einen weltweit führenden Anbieter von Sensorlösungen und Photonik zu schaffen", teilte das Unternehmen mit.

Aktuell dazu:
Wieder Spekulationen um eine Zerschlagung von Osram >>   
Übernahme von Osram: AMS braucht weiter sehr viel Geld >>    

Finanzmarktaufsicht ermittelt gegen AMS
Kürzlich wurde auch erst bekannt, dass die Finanzmarktaufsicht (FMA) rund um die AMS wegen des Verdachts auf Insiderhandel ermittelt, wie die Firma bestätigte. Demzufolge richten sich Ermittlungen nicht gegen die Gesellschaft, jedoch gegen natürliche oder juristische Personen, die mit AMS in Verbindung stehen könnten. Weiters dazu: Finanzmarktaufsicht soll gegen AMS-Führung ermitteln >>

(apa/red)

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