Offshore

Total setzt auf Windräder im Mittelmeer

Der französische Mineralölkonzern Total baut sein Geschäft mit Erneuerbaren aus. Nach Plänen für Offshore-Windräder vor Südkorea sollen nun Windräder auf hoher See im Mittelmeer folgen.

Der französische Mineralölkonzern Total treibt den Ausbau seines Ökostromgeschäfts voran. Das Unternehmen werde schon bald Pläne zum Einstieg in die Offshore-Windenergie im Mittelmeer vorstellen, kündigte Vorstandschef Patrick Pouyanne an.

Erst vor wenigen Wochen hatte Total zusammen mit dem australischen Infrastrukturinvestor Macquarie Pläne für den Bau schwimmender Windräder vor der Küste Südkoreas mit einer Gesamtleistung von zwei Gigawatt vorgestellt. Die Floating-Windräder kommen dort zum Einsatz, weil sich die Türme wegen der steil abfallenden Küsten kaum auf dem Meeresgrund verankern lassen.

Total hatte am Mittwoch angekündigt, seine jährlichen Investitionen in Erneuerbare Energien um 50 Prozent zu erhöhen. Drei Milliarden Dollar (2,56 Mrd. Euro) wollen die Franzosen jährlich in das Ökostromgeschäft investieren. Ziel sei es, einer der weltweit fünf größten Produzenten für Erneuerbare Energie zu werden. Total hatte auch seine Ausbauziele angehoben. Bis 2025 will der Konzern über Ökostromanlagen mit einer Kapazität von 35 Gigawatt verfügen. Zuvor hatte der Konzern 25 Gigawatt angepeilt. Neben den Ökostromboom erwartet Pouyanne auch im Gasgeschäft Zuwächse, während das klassische Ölgeschäft an Bedeutung verlieren dürfte.

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Total steht in einer Reihe mit Ölmultis wie BP oder Royal Dutch Shell, die immer mehr auf saubere Energien setzen. Für den massiv in dem Geschäft vorpreschenden deutschen Energiekonzern RWE wächst damit eine finanzstarke Konkurrenz heran. Ein Preiskampf droht. RWE-Finanzchef Markus Krebber hatte sich in einem Reuters-Interview gelassen gegeben. "Ich mache mir keine Sorgen um den wachsenden Wettbewerb. Wenn andere in dem Bereich mitmachen wollen, ist das ein Beweis dafür, dass auch andere Unternehmen unseren Sektor als attraktiv ansehen", hatte der Manager betont, der Mitte kommenden Jahres an die Spitze des Konzerns rücken soll. (reuters/apa/red)

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