Tunnelbau

Teilchenbeschleuniger: Ein besonderer Großauftrag für die Strabag

Der heimische Baukonzern hat in Deutschland einen prestigeträchtigen Großauftrag gewonnen, nämlich einen Teil der Arbeiten an einem riesigen Teilchenbeschleuniger in Deutschland, der teils in Tunneln unter der Erde liegen und einen Umfang von einem Kilometer haben soll.

Hier im Bild eine Fotomontage der zukünftigen Teilchenbeschleunigeranlange im süddeutschen Bundesland Baden-Württemberg.

Der österreichische Bauriese Strabag beteiligt sich an der Errichtung einer Teilchenbeschleunigungsanlage in Deutschland. In Arbeitsgemeinschaft mit der deutschen Tochter Züblin errichtet der Konzern in Darmstadt den erweiterten Rohbau des Anlagenbereichs Süd der Forschungsanlage "Fair". Das Auftragvolumen erreiche rund 220 Mio. Euro, teilte die Strabag mit.

Baustart im Juni

"Fair" ist ein Akronym und bezeichnet in diesem Fall eine Anlage für die Erforschung von elektrisch geladenen Atomen oder Molekülen (Antiprotonen und Ionen). Die englische Bezeichnung dafür lautet "Facility for Antiproton and Ion Research".

Der Baustart für diesen Teilabschnitt soll heuer im Juni erfolgen und bis zum Sommer 2023 dauern. Mit der Fertigstellung wird nach drei Jahren gerechnet. Die Anlage werde eine "einzigartige Teilchenbeschleunigeranlage für die Spitzenforschung an der Entwicklung des Universums und dem Aufbau der Materie", so die Strabag. Mit "Fair" könne Materie im Labor erzeugt werden, wie sie sonst nur im Universum vorkomme. Die deutsche Konzerntochter Züblin arbeite bereits seit 2017 an "Fair".

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Ein 1,1 Kilometer langer unterirdischer Kreisbeschleuniger

Konzernchef Thomas Birtel meint dazu: "Das Herzstück der Gesamtanlage ist der bereits im Bau befindliche unterirdische Kreisbeschleuniger mit einem Umfang von 1,1 Kilometern. Er verläuft in einem unterirdischen Tunnel, dessen Sohle bis zu 17 Meter tief liegt. Der Anlagenbereich Süd umfasst vor allem die nachgeschalteten Speicherringe und Experimentierstationen."

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Errichtet wird die Anlage am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. Bauherr ist die Gesellschaft Fair. Ihre Anteilseigner kommen aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Indien, Polen, Rumänien, Russland, Slowenien und Schweden. Nach Inbetriebnahme sollen rund 3.000 Wissenschaftler mit dieser Anlage arbeiten.

Technik, Tunnel und 24 Gebäude

An den Kreisbeschleuniger schließt sich ein komplexes System von Speicherringen und Experimentierstationen an. Entsprechend sollen auf dem Areal 24 Gebäude, die Hälfte dieser Bauten errichten Strabag und Züblin. Außerdem sind Tunnelabschnitte und weitere technische Infrastruktur geplant, etwa verschiedene unterirdische Anlagen zur Strahlführung sowie Hallen mit schweren Kranbahnen zur Steuerung und Bestückung der maschinentechnischen Anlagen.

(red)

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