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Slowenische Staatsbahnen wollen 1.000 Jobs streichen

Die slowenischen Staatsbahnen stehen vor einem großen Jobabbau. Gleichzeitig steht die tschechische EPH-Gruppe vor dem Einstieg in die Cargo-Tochter.

Die slowenischen Staatsbahnen stehen vor einem großen Jobabbau. Die Bahn plant, 1.000 Stellen zu streichen, um das Unternehmen in schwarzen Zahlen zu halten, sagte der Chef der Bahngesellschaft Slovenske Zeleznice (SZ), Dusan Mes, zur slowenischen Nachrichtenagentur STA. Mit den Kündigungen soll die Mitarbeiterzahl bis Jahresende auf rund 6.000 gesenkt werden, was Mes als "optimal" bezeichnet.

Der Personalabbau soll rund 30 Mio. Euro für Abfertigungen kosten und alle Unternehmen innerhalb der Bahngruppe betreffen. In erster Linie sollen Mitarbeiter kurz vor dem Pensionsalter gekündigt werden, die bis zum Pensionseintritt das Arbeitslosengeld beziehen werden können, hieß es. Noch vor einigen Jahren hatte die slowenische Bahngruppe 9.000 Beschäftigte.

Die slowenische Bahngesellschaft steht dazu vor dem Einstieg eines strategischen Partners. Die EPH-Gruppe des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky soll 49 Prozent der Anteile an der Cargo-Tochter SZ-Tovorni Promet übernehmen. Die Gespräche befinden sich in der Endphase, so Mes. Die Cargo-Tochter braucht laut dem Bahnchef dringend Investitionen, eine Modernisierung und zusätzliche Kapazitäten.

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Mithilfe des neuen Partners soll der Profit in den nächsten zehn Jahren verdoppelt werden. Die SZ-Gütertochter erzielte im Vorjahr ein operatives Ergebnis (EBIT) von 8 Mio. Euro. Das EBIT der gesamten Bahn-Gruppe lag bei rund 32 Mio. Euro. Heuer wird wegen der Coronapandemie mit einem etwas schlechteren Ergebnis gerechnet.

Die Coronakrise verzögerte auch die Einführung von neuen Passagierzügen. Die ersten Stadler-Zuggarnituren sollen im Herbst auf die Schienen kommen, nachdem sich das Testen wegen der Pandemie verschoben hat. Die Bahn bestellte in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 52 Züge bei dem Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler. Mit einem Auftragswert von 320 Mio. Euro soll die veraltete Flotte modernisiert werden. In den nächsten Jahren hofft Mes, noch weitere 20 Züge bestellen zu können. Der Bahn-Chef möchte damit das Durchschnittsalter der Fahrzeuge im Personenverkehr von 35 auf 15 Jahre senken. (apa/red)

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