Energiewirtschaft

Siemens Energy: Joe Kaeser gibt Vertrauensvorschuss

Wie Aufsichtsratschef Joe Kaeser sein Vertrauen in Siemens Energy untermauert und warum er auf steigenden Kurs setzt.

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Siemens-Aufsichtsratschef Joe Kaeser

Um Siemens Energy ist es in letzter Zeit still geworden. Vor allem seit die spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa die Gewinnpläne von Siemens Energy durchkreuzt hat, kommt der DAX-Konzern und seine Aktien nicht mehr richtig in Fahrt.

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Nun sorgt Aufsichtsratschef und Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser mit Insiderkäufen für Aufsehen, doch es gibt auch neue Probleme im Konzern, so das Magazin "Der Aktionär".

Siemens Energy will demnächst 750 der 3.500 Arbeitsplätze im Gasturbinenwerk in Berlin abbauen. Die Folge dieser Ankündigung waren heftige Demonstrationen. Dies geschah vor einem Hotel in Charlottenburg, in dem eine Einigungsstelle tagt, die zu einem Ergebnis zwischen Management und Arbeitnehmerseite führen soll.  Mit einer Entscheidung des Gremiums sei vorerst noch nicht zu rechnen, sagte ein Sprecher von Siemens Energy.

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Mit den geplanten Schließungen läute das Management das Ende des Gasturbinenwerks am Standort Berlin ein, kritisierte die Gewerkschaft IG Metall Berlin. Die Einigungsstelle anzurufen sei eine klare Provokation, sagte Jan Otto, der Erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft in Berlin. Man werde die Kolleginnen und Kollegen nicht kampflos aufgeben. Wenn es sein muss, wolle die Gewerkschaft auch zu Arbeitsniederlegungen aufrufen.

Kaeser nutzt die Gunst der Stunde 

In der Zwischenzeit hat Aufsichtsratschef Joe Kaeser das gedrückt Kursniveau genutzt und zu 23,50 Euro je Aktie 10.000 Anteilscheine von Siemens Energy gekauft. Insgesamt beträgt das Volumen der Käufe satte 235.000 Euro. Er untermauert damit sein Vertrauen in den Konzern und setzt langfristig auf wieder steigende Kurse. 

Siemens-Chef Roland Busch erteilt weiteren Verkäufen oder Abspaltungen beim deutschen Technologiekonzern eine Absage. "Zusätzliche Werte schafft man nicht durch weitere Portfolioveränderungen", sagte er dem "Manager Magazin" in einem Interview. "Das Portfolio eines Unternehmens sollte einigermaßen kohärent sein, also einen Zusammenhang haben und bezüglich Wachstum und Marge nicht zu stark auseinanderklaffen."

Buschs Vorgänger Joe Kaeser hatte die Medizintechnik-Sparte Siemens Healthineers an die Börse gebracht und die Mehrheit an Siemens Energy abgegeben. (red)