Gummiindustrie

Semperit prüft einen Verkauf seiner Medizinsparte

Bei Semperit ist die Medizinsparte Sempermed wieder schärfer unter Druck geraten. Die Sparte betreibt Werke in Malaysia und Österreich und macht ein Drittel des Konzernusatzes. Nun werden für sie verschiedene Optionen geprüft - auch ein Verkauf.

Beim börsennotierten Gummiverarbeiter Semperit AG Holding wird jetzt geprüft, was mit der wieder stark unter Marktdruck geratenen Medizinsparte "Sempermed" passiert. Unter anderem wird ein Verkauf ausgelotet, oder einen Partner hereinzunehmen. Bleibt alles beim alten, muss jedenfalls viel neu investiert werden.

Höhere Investitionen, ein neuer Partner oder ein Verkauf

Für den Sektor Medizin, dessen Wettbewerbsfähigkeit sich in der internationalen Konkurrenz zuletzt deutlich verschlechtert hat, würden "strategische Optionen geprüft", teilte Semperit mit.

Eine Option wäre die Fortführung mit erhöhten Investitionen, sagte eine Konzernsprecherin zur APA. Das hieße Modernisierungen und einen Ausbau der Kapazitäten. Eine andere wäre die Hereinnahme eines Partners oder der Verkauf im Ganzen oder auch in Teilen.

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Eine Entscheidung sei bisher nicht gefallen. Auch über die Höhe der für 2019 anstehenden abermaligen Abschreibung auf die Medizinsparte gab es noch keine Angaben. wurden wie angekündigt anstelle des Quartalsberichts verkürzt vorläufige Zahlen auf EBITDA-Ebene genannt.

Standorte in Malaysia und Österreich

In der Medizinsparte (Sempermed) geht es vor allem um das Geschäft mit Untersuchungshandschuhen (die in Malaysia hergestellt werden) sowie OP-Handschuhen (Produktion in Wimpassing). Diese Sparte mit rund 3.000 Beschäftigten (davon rund 100 in Österreich) macht etwa ein Drittel des Umsatzes der Semperit AG aus.

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Aktuelle Zahlen zu Semperit

Für die ersten neun Monate 2019 meldete die Semperit Holding im Konzern einen Umsatzrückgang um 2,7 Prozent auf 652,2 Mio. Euro. Dabei sank der Umsatz im Sektor Industrie um 1,5 Prozent auf 426,2 Mio. Euro und im Sektor Medizin um 4,9 Prozent auf 226 Mio. Euro. Das Konzern-EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) stieg um 23,1 Prozent auf 56,4 Mio. Euro. Voriges Jahr gab es negative Sondereffekten aus der Werksschließung von Sempertrans in China.

Operativ habe 2019 auch der Sektor Medizin im zweiten aufeinanderfolgenden Quartal einen positiven EBITDA-Beitrag geliefert, hieß es. Sempermed hat in den vergangenen Jahren immer wieder Verluste gemacht. (apa/red)

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