Lebensmittelindustrie

Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé expandiert

Der Umsatz des Lebensmittelkonzerns zog stark an und die anhaltende Dynamik ermöglicht einen weiteren Ausbau des Unternehmens. In welche Bereiche investiert wird.

Nestle Lebensmittelindustrie Gewinnsteigerung

Die starke Nachfrage nach Kaffeeprodukten und Haustiernahrung gibt dem Schweizer Nestlé-Konzern einen Schub. Der Umsatz des Lebensmittelkonzerns zog in den ersten neun Monaten des Jahres um 2,2 Prozent auf 63,3 Mrd. Franken (58,8 Mrd. Euro) an, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das um Zukäufe, Verkäufe von Sparten und Währungseinflüsse bereinigte organische Umsatzwachstum erreichte 7,6 Prozent und lag damit über den von Analysten geschätzten 6,6 Prozent.

Nestlé erhöhte die Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr und peilt nun ein organisches Plus von 6 bis 7 Prozent statt von 5 bis 6 Prozent an. Dabei soll die operative Umsatzrendite des Herstellers von Nespresso, Maggi, Purina und KitKat wie geplant bei 17,5 Prozent liegen.

Beim Tierfutter - Nestlé hat Marken wie Purina oder Felix in seinem Sortiment - gönnten die Tierhalter ihren Lieblingen in der Berichtsperiode offenbar besonders gerne Premium-Marken wie Purina Pro Plan, Fancy Feast oder Purina One. Auch die Veterinärprodukte seien gut verkauft worden, hieß es.

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Zudem gab es bei den vegetarischen Fertigprodukten und dem Fleischersatz erneut ein starkes Wachstum. Hier verzeichnete Nestlé Wachstumsraten im zweistelligen Bereich. Vor allem die Marke Garden Gourmet, die beispielsweise vegane Burgerpatties oder pflanzliches "Hühnerfleisch" anbietet, habe stark dazu beigetragen und die Produktpalette sei weiter ausgebaut worden.

"Wir sind sehr erfreut über das starke und durch die meisten Regionen und Kategorien breit abgestützte organische Wachstum in den ersten neun Monaten", sagte Konzernchef Mark Schneider. Die anhaltende Dynamik im Einzelhandel, die Erholung des Geschäfts mit Gaststätten und Marktanteilsgewinne hätten für Schub gesorgt. Dazu kamen Preiserhöhungen von 1,6 Prozent, mit denen der Konzern die höheren Ausgaben beim Einkauf ausgleichen will. Das Unternehmen hatte vergangenen Monat gewarnt, dass die Einkaufspreise 2022 noch stärker anziehen dürften als im laufenden Jahr.

Nestlé ist mit dieser Entwicklung nicht alleine. Der französische Konkurrent Danone geht im kommenden Jahr von einem zunehmenden Inflationsdruck aus, während Procter & Gamble die Preise in den USA anheben will, um den höheren Rohstoff- und Frachtkosten zu begegnen. "Die meisten Unternehmen mit starken Marken werden in der Lage sein, die Preise weiterzugeben, und ich glaube, dass der Markt das noch nicht verstanden hat", erklärte Kepler-Cheuvreux-Analyst Jon Cox. Im vorbörslichen Handel zogen die Nestlé-Aktien an.

Die Preiserhöhungen wirken allerdings nur verzögert. Entsprechend rechnet das Unternehmen aus Vevey am Genfersee für 2021 weiterhin mit einem leichten Rückgang der operativen Umsatzrendite auf 17,5 Prozent von den 17,7 Prozent, die im vergangenen Jahr zu Buche standen. Über 2021 hinaus bleibe der mittelfristiger Ausblick einer anhaltenden moderaten Margenverbesserung unverändert.