Energiewirtschaft : Rückenwind für RWE vor der Zerschlagung von Innogy

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© Innogy

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz kann den geplanten Umbau des Konzerns zum Ökostromriesen mit höheren Gewinnen vorantreiben. "Wir sind startklar", sagte er bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBITDA) von RWE - ohne operative Beiträge der Ökostromtochter Innogy - sei um rund 20 Prozent auf 1,37 Mrd. Euro gestiegen.

Die Zuwächse waren vor allem dem schwankenden Energiehandel zu verdanken, der auch im Gesamtjahr deutlich besser als erwartet abschneiden soll. RWE hatte deswegen Ende Juli die Prognose für das Gesamtjahr angehoben.

"Das operativ starke Ergebnis gibt uns Rückenwind für die nächsten Monate", sagte Schmitz. Er will mit Eon Innogy zerschlagen und im September die Ökostromgeschäfte der eigenen Konzerntochter und die des Konkurrenten Eon übernehmen.

RWE konnte im Halbjahr im Handelsgeschäft seinen operativen Gewinn auf 434 Mio. Euro von zuvor 101 Mio. verbessern, was unter anderem auf hohe Beiträge aus dem Gasgeschäft und den Wegfall von Belastungen aus dem Vorjahr zurückzuführen sei. Die Sparte soll nun auch im Gesamtjahr deutlich besser abschneiden als zunächst erwartet. Während RWE im Segment Braunkohle & Kernenergie mit 172 Mio. Euro etwas zulegen konnte, fiel das Ergebnis in der Europäischen Erzeugung mit 99 Mio. Euro nur noch halb so hoch wie im Vorjahreszeitraum aus. Gründe hierfür seien etwa ungünstige Marktbedingungen für die Steinkohlekraftwerke und Stillstände von Kraftwerken für Wartungen gewesen.

RWE hatte bereits Ende Juli die Prognose angehoben. Der Konzern erwartet 2019 ein bereinigtes EBITDA von 1,4 bis 1,7 Mrd. Euro. Die Dividende soll auf 80 von 70 Cent je Aktie steigen.

Im RWE-Aufsichtsrat sitzt der frühere österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP). Innogy ist in Österreich maßgeblich an der Kärntner Kelag beteiligt. (reuters/apa/red)