Bahn

ÖBB und Westbahn hoffen auf Hilfen der EU

Die Österreichischen Bundesbahnen und die Westbahn haben sich gmeinsam mit europäischen Bahnverbänden an die EU gewandt, um schnelle Hilfe einzufordern. Die Bahnen seien zentraler Teil kritischer Infrastruktur - doch ihnen drohten massive Einbußen, hieß es.

Die Österreichische Bundesbahn und die private Westbahn haben in einer gemeinsamen Aussendung die Notwendigkeit einer raschen Unterstützung in Zeiten der Corona-Pandemie untermauert. Gemeinsam mit europäischen Verbänden im Eisenbahnsektor wand man sich auch an die EU. Die Quarantäne-Bestimmungen bringen auch dem Schienenverkehr große finanzielle Einbußen.

"Alle notwendigen Bus- und Zugverbindungen bleiben aufrecht, damit die Menschen weiterhin sicher an ihren Arbeitsplatz kommen. Der Schienengüterverkehr bildet das Rückgrat der Warentransporte in ganz Europa, um alle Menschen auch weiterhin mit Waren des täglichen Bedarfs zu versorgen", erklärte Andreas Matthä, CEO der ÖBB und zugleich Chairman des Verbandes der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (CER). "Bereits jetzt muss aber auch sichergestellt werden, dass Unternehmen im Schienenverkehr ausreichend Unterstützung erhalten, um nach der Krise den Vollbetrieb rasch wieder aufnehmen zu können."

Erich Forster, CEO der Westbahn und Präsident von Allrail, dem Verband der unabhängigen Bahnverkehrsunternehmen in Europa, steht hinter dem ÖBB-Chef. "Wir alle müssen in diesen Wochen zusammenstehen. Ein trotz Einschränkungen stabiler öffentlicher Verkehr trägt im Moment ganz besonders dazu bei, dass Wege, die unerlässlich sind, auch durchgeführt werden können und somit ein Stück Normalität erhalten bleibt."

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Die Coronavirus-Pandemie bedeutet für den Schienenverkehr trotz stark zurückgegangener Nachfrage den Personenverkehr aufrechterhalten, da viele Angestellte weiterhin zu ihrer Arbeitsstelle gelangen müssen. Der Güterverkehr garantiert auch in der Krise die Versorgung mit wichtigen Konsumgütern, vor allem Nahrungsmitteln und medizinischen Produkten. Gleichzeitig können die zurückgehenden Einnahmen die Kosten der Unternehmen keineswegs decken, selbst wenn diese aufgrund von Kurzarbeit verringert werden konnten.

Darum haben sich die wichtigen Interessenvertretungen im Eisenbahnsektor Europas CER, ERFA, ALLRAIL, UIP und UIRR in einem gemeinsamen Brief an EU-Vertreter gewandt. "Die EU und ihre Mitgliedsstaaten müssen (nicht zuletzt im Sinne des Green Deal) sicherstellen, dass Unternehmen im Schienenverkehr schnell und unbürokratisch Unterstützung bekommen, um rasch wieder den Vollbetrieb aufnehmen zu können. Dazu zählen Maßnahmen wie eine temporäre Anpassung bei der Vergabe von Staatshilfe, um unmittelbar im Zusammenhang mit der Verbreitung des Coronavirus stehende Schäden kompensieren zu können sowie Steuererleichterungen und Finanzhilfen, die die kurzfristige Liquidität im Unternehmen sichern", heißt es da.

Längerfristig müssten auch Investitionen für die Schieneninfrastrukturprojekte gesichert und weiter gefördert werden, da sie sich direkt und positiv auf die regionalen und nationalen Volkswirtschaften auswirken. Die Beibehaltung der Investitionen in Eisenbahnprojekte ist eine notwendige wirtschaftliche Lebensader für die gesamte EU-Wirtschaft. (apa/red)

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