Chemische Industrie

Neuer Prozess um Schäden von Glyphosat in den USA

Der von Bayer übernommene amerikanische Agrarriese Monsanto steht in den USA in einem neuen Prozess vor Gericht, weil dessen Pflanzengift Glyphosat im Verdacht steht, Krebs zu erregen.

Chemische Industrie Agrarchemische Industrie Monsanto Bayer Glyphosat

In den USA ist ein weiterer Prozess wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat angesetzt worden. Das Verfahren gegen den Hersteller, die Bayer-Tochter Monsanto, hat bereits begonnen, wie aus Dokumenten eines Gerichts in Kalifornien hervorgeht.

Geklagt hatte ein Paar, das das glyphosathaltige Herbizid Roundup regelmäßig von 1975 bis 2011 eingesetzt hatte. Bei beiden wurde Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert.

Hintergrund:
Megaübernahme von Monsanto könnte für Bayer noch gefährlich werden >>

White Paper zum Thema

Überraschende Bestätigung im Oktober

Erst im Oktober hatte ein US-Gericht überraschend ein Urteil gegen Monsanto bestätigt, in dem erstmals Glyphosat für die Krebserkrankung eines Klägers verantwortlich gemacht wurde. Die Strafsumme wurde aber von zunächst 289 Millionen Dollar auf 78 Millionen Dollar (69,00 Mio. Euro) verringert. Seit dem ersten Urteil im August brach der Bayer-Aktienkurs um fast 30 Prozent ein.

Bayer hat immer wieder beteuert, das Glyphosat sicher sei. Zuletzt teilte der Konzern mit, in den USA seien derzeit mehr als 9.000 Klagen wegen Glyphosat anhängig. Glyphosat zählt zu den am meisten eingesetzten Unkrautvernichtern in der Landwirtschaft.

Dazu:
Glyphosat: Tausende Klagen gegen Bayer - Vergleiche unerwünscht >> 
Neue Studie zu massiven Schäden von Bienen durch Glyphosat >>  

Monsanto weist die Vorwürfe zurück: 
Bayer: Urteil zu Monsanto und Glyphosat war falsch >>

(reuters/apa/red)