Produktion

Mit Hightech Jobs zurückholen: Bei Adidas stimmt diese Erzählung nicht

Voller Stolz hat Adidas erst vor wenigen Jahren seine beiden "Speedfactories" in Deutschland und den USA vorgestellt. Damit verbunden war die Hoffnung, wenigstens einen Teil der Arbeitsplätze aus China zurückzuholen. Jetzt macht Adidas beide Fabriken dicht - und verlagert die Produktion wieder nach Asien.

Adidas verlagert die erst vor wenigen Jahren gestartete hochautomatisierte Produktion von Turnschuhen aus Deutschland und den USA nach Asien. Die sogenannten Speedfactories im fränkischen Ansbach und in Atlanta würden spätestens im April kommenden Jahres geschlossen, teilt Adidas mit.

Hochtechnologie wandert nach Asien

Im Gegenzug werde die Technologie zur weitgehend maschinellen Schuhproduktion bei zwei Zulieferbetrieben in Asien eingesetzt.

Das Zurückholen von Arbeitsplätzen stellt sich als hübsches Märchen heraus

Adidas hatte die automatische Fabrik bei dem auf Kunststoffverarbeitung spezialisierten Unternehmen Oechsler erst im Dezember 2015 vorgestellt. Mit dem Projekt verband sich die Erwartung, zumindest einen kleinen Teil der aufwendigen Schuhproduktion aus Niedriglohnländern in Asien zurück nach Deutschland zu holen. Das Massengeschäft hingegen sollte auch nach damaligen Plänen unverändert auf in Handarbeit zusammengeklebten Schuhen aus Asien beruhen.

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Die Vorteile der Speedfactory-Technologie bei der schnellen Reaktion auf Kundenwünsche und Marktveränderungen sollen nun in Fernost eingesetzt werden. Adidas und Oechsler wollen ihre Zusammenarbeit fortsetzen. (dpa/apa/red)

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