Coronaregeln

Metalltechnische Industrie gegen Maskenpflicht im Außenbereich

Nach Kritik aus anderen Branchen kritisiert auch der Fachverband Metalltechnische Industrie die aktuellen Verordnungen zur Maskenpflicht im Außenbereich. Die Regelung sei "überschießend und sachlich nicht nachvollziehbar", sagt Fachverbandsobmann Christian Knill.

Nach zahlreichen negativen Stellungnahmen verschiedener Branchen kritisiert auch der Fachverband Metalltechnische Industrie die aktuellen Verordnungen zur Maskenpflicht im Außenbereich. Fachverbandsobmann Christian Knill: "Dass nun entgegen vorheriger Ankündigungen auch für Arbeiten im Außenbereich Mund-Nasenschutz-Masken verpflichtend verordnet wurden, ist aus unserer Sicht überschießend und sachlich nicht nachvollziehbar."

In der Metalltechnischen Industrie gibt es zahlreiche Branchen, die von einer MNS-Pflicht im Außenbereich betroffen sind. Dazu zählen etwa Stahlbau, Leichtmetallbau/Fassadenbau und die technischen Gebäudeausrüster. Viele der Tätigkeiten dieser Branchen werden zumindest teilweise im Freien verrichtet. Diese Industriebereiche zählten in den letzten Monaten zu den wenigen stabilen Branchen inmitten des durch die Pandemie verursachten Konjunktureinbruchs. Betroffen sind davon rund 15.000 Mitarbeiter.

Die Branche stehe zur Pandemiebekämpfung, "aber mit Maß und Ziel", so Knill. Es sei evident, dass das Infektionsrisiko bei Arbeiten im Freien und durch die Einhaltung des Mindestabstandes deutlich geringer sei als in Innenräumen. "Unsere Monteure und Techniker, die oft schwere körperliche Tätigkeiten zu verrichten haben, werden durch diese Regelung massiv belastet. Wie appellieren daher, die Verordnung entsprechend zu überarbeiten."

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Eckdaten zur Branche

Die Metalltechnische Industrie beschäftigt rund 134.000 Menschen und ist damit nach eigenen Angaben Österreichs größte Industriebranche. Dazu  zählen über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei. Die Branche ist exportorientiert und mittelständisch strukturiert: Sie besteht zu mehr als 85 Prozent aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe seien Weltmarktführer und "Hidden Champions", so der Fachverband. Im Vorjahr erwirtschafteten die Betriebe dieser Branche einen Produktionswert von rund 34 Milliarden Euro.

Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt nach eigenen Angaben zu den größten Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

(red)