Emissionen

Merkel plädiert für einen weltweiten CO2-Preis

Kanzlerin Merkel plädiert für eine Ausweitung des Preises auf den Ausstoß von Kohlendioxid auf die ganze Welt. Dass Merkels Worten auch Taten folgen, scheint allerdings mehr als fraglich.

Angela Merkel Emissionen CO2-Steuern Klimawandel

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich im Kampf gegen den Klimawandel für eine internationale Ausweitung des Preises auf den CO2-Ausstoß ausgesprochen. "Ich halte eine CO2-Bepreisung für ein besonders geeignetes Instrument der Lenkung. Es bietet sich an, ihn auf weitere Sektoren auszuweiten", sagte die CDU-Politikerin beim "Petersberger Klimadialog" mit Vertretern von rund 40 Staaten.

Sie verwies darauf, dass dies in Deutschland mit dem Preis auf Sprit, Gas oder Heizöl bereits umgesetzt sei. "Wir sind aber auf das Mitwirken aller angewiesen", appellierte sie an die Staatengemeinschaft. Merkel verwies darauf, dass die EU und auch Deutschland ihre Klimaziele noch einmal anhöben. Zudem unterstütze man die ärmeren Staaten bei der Anpassung an den Klimawandel mit über vier Milliarden Euro jährlich. Man sei bereit, auch in der nächsten Finanzierungsrunde ab 2025 zu helfen.

Vorbereitung auf Weltklimagipfel in Glasgow Ende 2021

Der Petersberger Klimadialog mit Vertretern aller großen Treibhausgas-Emittenten gilt als Vorbereitung des Weltklimagipfels Ende des Jahres in Glasgow. Dort sollen die neuen Ziele der Weltgemeinschaft zusammengefasst und verbindlich verankert werden. Wenn diese umgesetzt werden, würde die Erderwärmung voraussichtlich um etwa 2,4 Grad steigen. Im Pariser Weltklimavertrag ist aber die Vorgabe von deutlich unter zwei Grad, möglichst 1,5 Grad vereinbart. Die Staaten müssen dafür also in kommenden Jahren noch nachlegen.

White Paper zum Thema

Der britische Premierminister Boris Johnson als Gastgeber des Weltklimagipfels in Glasgow forderte weitere Anstrengungen: "Das wird das Jahrzehnt, wo wir entweder dem Klimawandel gemeinsam entgegenstehen oder gemeinsam untergehen." Mit Blick auf das Spitzen-Treffen der sieben großen Industriestaaten (G7) in seinem Land im Juni erinnerte er daran, dass die jährlich zugesagten 100 Milliarden Euro aus privaten und öffentlichen Mitteln für die ärmeren Staaten noch nicht erreicht seien. (reuters/apa/red)