Konjunktur

Materialengpässe werden Industrie noch Monate belasten

Halbleiter, Baumaterial, Rohstoffe: Die Materialknappheit wird die Industrie noch Monate belasten - zu diesem Fazit kommt die deutsche Bundesregierung in ihrem Monatsbericht. Warum die Experten trotzdem für den Aufschwung optimistisch sind.

Konjunktur Chipmangel Materialmangel

Halbleiterknappheit: Der Chipmangel dämpft derzeit die Automobilindustrie stark. 

Die deutsche Industrie wird noch monatelang unter der Materialknappheit leiden, die sie derzeit belastet. Die Industrie sei zwar trotz der Probleme mit einem Produktionsplus in die zweite Jahreshälfte gestartet. "Die bestehenden Lieferengpässe werden die Industriekonjunktur jedoch auch in den kommenden Monaten belasten", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht des deutschen Wirtschaftsministeriums. So klagen etwa die Autobauer über fehlende Halbleiter. Zugleich mache sich bei den Dienstleistern "eine erhöhte Unsicherheit durch das verstärkte Infektionsgeschehen bemerkbar".

Gibt es auch positive Nachrichten?

Den Aufschwung sieht das Ministerium aber nicht gefährdet. "Insgesamt dürfte es im laufenden dritten Quartal zu einem merklichen Anstieg der Wirtschaftsleistung gekommen sein", heißt es in dem Bericht. Für das vierte Quartal zeichne sich eine Normalisierung des Wachstums ab. Im Frühjahr war Europas größte Volkswirtschaft um 1,6 Prozent gewachsen, nachdem sie zu Jahresbeginn wegen der dritten Coronawelle noch um 2,0 Prozent geschrumpft war. "Die weitere Verbreitung neuer Virusmutationen und ihr Einfluss auf das Infektionsgeschehen stellen allerdings nach wie vor die größte Unwägbarkeit für den weiteren Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung dar", so das Ministerium.

Lässt der Inflationsdruck nach?

Keine rasche Entspannung wird bei der Inflation erwartet, nachdem die Teuerungsrate im August mit 3,9 Prozent auf den höchsten Stand seit 1993 geklettert war. "Seit Jahresbeginn ist die Inflationsrate aufgrund von Sonderfaktoren deutlich erhöht", steht in dem Monatsbericht, der etwa auf die Einführung der CO2-Bepreisung und das Ende der temporären Mehrwertsteuersenkung verweist. "Zu Beginn des Jahres 2022 dürfte sich die Inflationsrate nach Auslaufen der Sondereffekte aber wieder deutlich verringern", sagt das Ministerium voraus. Die Entwicklungen an den Rohstoffmärkten ließen eine mi