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London empfiehlt britischen Unternehmen einen Teilumzug in die EU

Britische Regierungsstellen legen nach Medienberichten Firmen einen Teilumzug in die EU nahe, um ihr Exportgeschäft nach dem Brexit nicht zu riskieren. Das zuständige Ministerium dementiert allerdings solche Empfehlungen.

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Britische Regierungsstellen legen nach Medienberichten Firmen einen Teilumzug in die EU nahe, um ihr Exportgeschäft nach dem Brexit nicht zu riskieren. Die Zeitung "Observer" und die BBC berichteten, mehreren Unternehmen planten nun eine Verlagerung. So könnten sie zusätzliche Zollgebühren und Mehrwertsteuer sowie bürokratischen Aufwand umgehen.

Ein Mitarbeiter des zuständigen Umweltministeriums habe ihm gesagt, dass ein Umschlagzentrum in der EU die einzige Lösung sei, sagte der Mitgründer des Käsehändlers Cheshire Cheese Company, Simon Spurrell der BBC. Seit dem Brexit müsse jede Probierbox im Wert von 25 bis 30 Pfund, die in die EU gehe, ein von einem Tierarzt ausgestelltes Gesundheitszertifikat für 180 Pfund (gut 200 Euro) erhalten.

Das Ministerium betonte, es sei nicht Regierungspolitik, Unternehmen einen Umzug in die EU zu empfehlen.

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Der Käsehändler hat nach eigenen Angaben nun den Bau eines Lagers in England verworfen. "Stattdessen werden wir womöglich französische Arbeiter einstellen und Steuern in der EU zahlen", sagte Spurrell. Im "Observer" kündigten zwei mittelständische Unternehmen an, Teile ihres Geschäfts in die EU zu verlagern. (dpa/apa/red)