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Lenzing mit Absatzsteigerung, aber Jahresverlust

Der börsennotierte Faserhersteller Lenzing bestätigt seinen bereits Anfang März angekündigten Jahresverlust für 2014 in Höhe von 14,2 Millionen Euro - trotz Rekordwerten beim Absatz.

Lenzing Ergebnisse Peter Untersperger

2013 war noch ein Gewinn von 30,6 Millionen Euro geschrieben worden. Der Vorstand werde der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,00 (Vj.: 1,75 Euro) je Aktie vorschlagen, teilte Lenzing vor der Bilanzpressekonferenz ad hoc mit.

Der Konzernumsatz verringerte sich 2014 um 2,3 Prozent auf 1,86 (2013: 1,91) Milliarden Euro. Im Vergleich mit den fortgeführten Geschäftsbereichen blieben die Umsatzerlöse konstant. Der Absatz habe zwar auf einen Rekordwert von 960.000 Tonnen - ein Plus von acht Prozent - gesteigert werden können, jedoch bei weiter rückläufigen Faserpreisen und einem weiterhin sehr herausfordernden Umfeld, so Lenzing.

Operativ verbesserte sich Lenzing durch massive Kosteneinsparungen aber dennoch. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent auf 240,3 Millionen Euro. Weit über 100 Millionen Euro haben die Kosteneinsparungen laut dem scheidenden Lenzing-Chef Peter Untersperger gebracht. Rund ein Viertel davon entfielen auf Personaleinsparungen. Dagegen belasteten Firmenwertabschreibungen das Betriebsergebnis (EBIT) und das Jahresergebnis.

2015 sieht das Unternehmen mit weiteren Einsparungen und Produktivitätssteigerungen entgegen, denn die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Faserindustrie hätten sich kaum geändert. Bei Standard-Viskosefasern müsse mit weiterhin schwierigen Marktbedingungen gerechnet werden. Zusätzlicher Stellenabbau in Österreich ist dabei vorerst nicht geplant. Ob heuer eine Rückkehr in die Gewinnzone gelingt, ist offen. Der Preisverfall bei Fasern ist nicht gestoppt, die Lager weltweit voll, auch weil China ungebremst produziert.

"Wir sehen keine Erholung bei den Viskosepreisen. Auch Polyester und Baumwolle werden uns das Leben nicht leicht machen", so Vertriebsvorstand Robert van de Kerkhof: Das Billig-Öl drücke die Polyesterpreise und damit die gesamten Faserpreise. Je günstiger Polyester sei, desto stärker werde es in Baumwolle eingemischt. In den letzten drei Jahren "haben wir 90 Cent pro Kilogramm auf den Verkaufspreis verloren, das sind 40 Prozent", beklagte der Ende Mai scheidende CEO Peter Untersperger bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Die Baumwoll-Erzeuger würden schon Anbauflächen reduzieren, so van de Kerkhof, China sitze aber weiter auf über einem ganzen Jahresverbrauch an Lagerbestand. Bei Zellulosefasern sei mittelfristig kein durchgreifender Preisanstieg in Sicht - durch die Überkapazitäten in China. (apa)