Lagerautomation

Knapp-CEO Hofer: "Multichanneling? Ein No-Brainer!“

Die Bestückung von Filiale und Internethandel aus ein und demselben Lager kann speziell in der Pandemie Wunder wirken, sagt der CEO des steirischen Lagerautomatisierers Knapp Gerald Hofer.

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"Bessere Planung, niedrigere Kapitalbindung und höhere Verfügbarkeit“: Knapp-CEO Gerald Hofer sieht überzeugende Vorteile im Betreiben mehrerer Absatzkanäle aus ein und demselben Vorrat.

Dass klassischer Handel und Internetverkauf auch 2021 näher aneinanderrücken, ist für Gerald Hofer ein „no-brainer“. Die Viruspandemie beschleunigt die Transformationsprozesse - mit welchem Tempo dies aktuell geschieht, war jedoch beim besten Willen nicht vorherzusehen. “Wofür die Branche ein Jahrzehnt veranschlagt hat, ging nun in wenigen Monaten komprimiert über die Bühne", sagt der CEO des steirischen Technologieunternehmens Knapp. Unternehmen, die schon bisher ihre Vertriebskanäle kombinierten, waren in den vergangenen Pandemiemonaten demnach im Vorteil. Jetzt weitet der Intralogistiksystemanbieter, der die Verwandlung "vom Anlagenhersteller zum Software- und Dienstleistungsanbieter" mit hoher Frequenz vorantreibt (O-Ton Hofer), sein Portfolio dahingehend weiter aus." Unser Programm wird umfassender", sagt der CEO.

So bricht man - wo sinnvoll - mit dem Konzept der bisher getrennt erfolgenden Bestückung von Filiale und Internethandel durch separate Lager und betreibt beide Absatzkanäle "aus ein und demselben Vorrat", heißt es bei Knapp. Bessere Planung, niedrigere Kapitalbindung und höhere Verfügbarkeit sind die Folge. So ließen sich Produkte etwa des Textilbereichs "nahezu tagfertig in die Filiale nachliefern", sagt Hofer. 

Regionale Knoten gestärkt

Der Grundkonzeption von in Zukunft tendenziell stärker lokal organisierten Verkaufspunkten widerspricht das nicht. "Das Gute liegt oft nah", sagt Hofer. Selbst Unternehmen im B2B-Bereich wie Würth würden ihre regionalen Knotenpunkte stärken, und die großen bekannten Versandriesen "lokalisieren, statt über große Distanzen die Extrameile zu gehen".

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Voraussetzung dafür sind deutlich effizienter automatisierte Prozesse im Lager, die den Betrieb kosteneffizienz machen. Was durch vollautomatische Ein- und Auslagerung durch Kommissionierroboter und digitale Teileerfassung möglich wird, lässt sich aus Automatisierungskonzepten für Verkaufsräume in Supermärkten ablesen, wie sie Knapp schon in Spanien, Frankreich und den USA in den Markt gebracht hat. Lösungen für das Micro-Fulfillment "verkürzen die Zeitspanne auf der letzten Meile", sagt Hofer. Und kontaktloses Einkaufen ist auch in Zeiten des Abstandsgebots ein Feld, dem sich die Logistiker widmen. 

Kommissionierung im Mischbetrieb 

Einen Schwerpunkt legen die Steirer zudem auf die Künstliche Intelligenz. Intelligente, selbstfahrende Shuttles hat Knapp schon im Feld, die Algorithmik der Kommissionierroboter wurde ebenso optimiert. Diese seien in der Kommissionierung „im Mischbetrieb mit Mitarbeitern im Einsatz", so Hofer. Auch für den optimalen Betrieb von Logistiksystemen hat Knapp eine Lösung parat. Eine Software (redPILOT) ermöglicht Unternehmen ein nachhaltiges Ressourcenmanagement etwa in der Einsatzplanung von Mitarbeitern. "Die Software optimiert Systeme zu jeder Betriebsstunde am ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Optimum", heißt es bei Knapp.