Autoindustrie

Kleinwagenmarke Smart: Daimler will offenbar die Hälfte an Chinesen abgeben

Medienberichten zufolge steht der deutsche Autobauer kurz vor dem Verkauf der Hälfte der Anteile an seiner chronisch defizitären Marke "Smart". Käufer soll demnach der chinesische Konzern Geely sein - der auch bei Daimler selbst schon an Bord ist.

Daimler steht einem Medienbericht zufolge kurz vor dem Verkauf eines 50-Prozent-Anteils an seiner Marke Smart nach China. Die Veräußerung der Hälfte der Kleinwagen-Marke an den Großaktionär Geely Automobile könnte noch vor der Autoshow in Shanghai im April bestätigt werden, berichtet die "Financial Times".

Diese Woche dazu:
Daimler: Zwei neue Chefs, ein möglicher Verkauf des "Smart" und Gespräche mit BAIC >>

Sowohl Daimler als auch Geely lehnten eine Stellungnahme ab. Der Autokonzern Geely hatte im Februar vergangenen Jahres 9,69 Prozent an Daimler erworben. Der überraschende Einstieg hatte damals eine Debatte ausgelöst, ob Transparenzregeln verschärft werden sollen.

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Zuletzt berichtete hier auch das "Handelsblatt", dass die Kleinwagenmarke verkauft werden soll. "Smart" hat seit dem Markteintritt 1997 noch nie einen Gewinn gemacht - genau so wie Tesla, meinen Spötter. Dem Bericht zufolge sucht jetzt die Smart-Chefin nach einem Partner mit ertragreichem Konzept - und zwar ausgerechnet in China.

"Die Idee war besser als das Auto"

Der Publizist Gabor Steingart schreibt dazu: "Daimler würde damit die einzige Marke veräußern, die bis zur Jahresmitte konsequent elektrifiziert sein wird. Im Sommer läuft der letzte Smart mit Verbrennungsmotor vom Band. Vielleicht ist das ganze Projekt von Anfang an ein Missverständnis gewesen: Der Smart war als Idee besser als als Auto."

Geely hat in Europa den schwedischen Premiumhersteller übernommen und zuletzt für großes Aufsehen in der Branche gesorgt, als der völlig überraschende Einstieg bei Daimler bekannt wurde. Zuletzt dazu:  Geely dementiert Bericht über Ausstieg bei Daimler >>

(red mit reuters/apa)

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