Energiewirtschaft

Insider: Wert von Siemens Energy bei bis zu 22 Milliarden Euro

Eingeweihten zufolge könnte der Börsenwert von Siemens Energy bei bis zu 22 Milliarden Euro liegen. Das wären um drei Milliarden mehr als der aktuelle Buchwert. Die riesige Sparte wird am kommenden Montag endgültig von der Siemens AG abgespalten und an der Frankfurter Börse platziert.

Die Energietechnik-Tochter von Siemens könnte nach der Abspaltung vom Mutterkonzern Insidern zufolge an der Börse mit mehr als 20 Milliarden Euro bewertet werden. Man erwarte, dass der Börsenwert von Siemens Energy deutlich höher liegen werde als der Buchwert von 17 Mrd. Euro, den der Mutterkonzern per Ende März veranschlagt habe, sagte eine Person aus dem Umfeld von Siemens.

Die jüngsten Schätzungen der Analysten lägen im Schnitt zwischen 21 und 22 Mrd. Euro. Allein das 67-Prozent-Paket am spanischen Windanlagen-Hersteller Siemens Gamesa ist an der Börse zehn Milliarden Euro wert. Die Analystenschätzungen entsprächen einem Aktienkurs von 29 bis 30 Euro für Siemens Energy.

Bei einem Streubesitz von 65 Prozent hätte der Hersteller von Kohle- und Gaskraftwerken und von Windrädern damit im nächsten Jahr gute Chancen auf einen Aufstieg in den Leitindex Dax, sagte der Insider. Der Mutterkonzern Siemens wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Er hofft im Zuge der Trennung auch auf eine Neubewertung seiner Aktie.

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Börsengang kommenden Montag

Siemens Energy steht vor der Abspaltung von der Siemens AG, das Unternehmen soll am kommenden Montag sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Die Siemens-Aktionäre erhalten dabei für je zwei Aktien ein Siemens-Energy-Papier. Die Siemens AG will zunächst 35,1 Prozent der Anteile an der bisherigen Tochter behalten, hat aber angekündigt, den Aktienbesitz innerhalb von zwölf bis 18 Monaten "signifikant zu reduzieren". Der Münchner Industriekonzern wolle aber auch danach eine Sperrminorität von mindestens 25 Prozent behalten, jedenfalls in den nächsten fünf Jahren, sagte der Insider. Die beiden Unternehmen sind - etwa über die Finanzierungstochter Siemens Financial Services (SFS) - auch weiter eng miteinander verflochten.

Siemens habe keine Eile mit dem Abbau der Beteiligung, Vorrang habe ein reibungsloser Börsengang von Siemens Energy. Dessen Erfolg werde aber erst nach zwei bis drei Monaten abschätzbar sein, sagte der Insider. So lange könne der Kurs der neuen Aktie stark schwanken, weil viele Investoren ihre Anteile umschichteten. So dürften Technologie-Fonds, die bei Siemens engagiert sind, kein Interesse an Aktien eines Herstellers von Kohle- und Gaskraftwerken und von Windrädern haben. Bis zu 35 Prozent der Siemens-Energy-Aktien könnten in den ersten Wochen den Besitzer wechseln, schätzt man bei Siemens.

Der Siemens-Pensionsfonds, der die Betriebsrenten der Belegschaft managt, erhält zunächst 9,9 Prozent der Anteile von Siemens Energy. Auch er werde die Aktien nach und nach auf den Markt werfen, sagte der Insider. Das Aktienpaket wäre für ihn auf Dauer ein zu großes Klumpenrisiko. (reuters/apa/red)

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