Erdgas

Insider: Washington bereitet neue Sanktionen gegen Nord Stream 2 vor

Die scheidende Regierung der USA bereitet offenbar neue Sanktionen gegen Beteiligte an der Erdgaspipeline Nord Stream 2 vor. Die Maßnahmen könnten "in sehr naher Zukunft" eingeführt werden, so drei hochrangige Regierungsvertreter.

Die US-Regierung bereitet Insidern zufolge neue Sanktionen wegen der umstrittenen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 vor. Die Maßnahmen könnten "in sehr naher Zukunft" eingeführt werden, sagte drei hochrangige US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Man sei nun dabei, "ein Pflock durch das Herz des Projekts zu treiben", sagte einer von ihnen.

Gegen wen die sich die Sanktionen richten sollen, blieb offen. Regierungen oder bestimmten Regierungsvertreter seien jedoch nicht Ziel, hieß es. Eine Stellungnahme von Nord Stream 2 lag zunächst nicht vor.

Den USA ist die etwa zu 90 Prozent fertiggestellte Leitung ein Dorn im Auge. Die Regierung von Präsident Donald Trump wie auch Kongressabgeordnete beider Parteien beklagen, dass sich die Europäer von russischem Erdgas abhängig machen. Auch der designierte Präsident Joe Biden hat in der Vergangenheit das Projekt kritisiert. Gleichzeitig wollen die USA eigenes Erdgas nach Europa verkaufen. Zuletzt forderte die geschäftsführende US-Botschafterin, Robin Quinville, von der Bundesregierung ein Moratorium. Deutschland hat wiederholt Drohungen der USA mit Sanktionen gegen den Bau der Leitung zurückgewiesen.

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Nord Stream 2 ist die zweite Ostsee-Pipeline zwischen Russland und Deutschland und soll russisches Erdgas nach Westeuropa bringen. Hinter dem Projekt steht der russische Staatskonzern Gazprom der die Hälfte der geplanten Gesamtkosten stemmen soll. Die andere Hälfte finanzieren fünf die europäische Energieunternehmen Wintershall Dea, OMV, Uniper, Royal Dutch Shell und Engie. (reuters/apa/red)