Elektroautos

ID.3: Volkswagen läutet in seiner Produktpalette eine neue Ära ein

Volkswagen hat die Fertigung des ID gestartet. Es ist das erste reine Elektroauto des Weltmarktführers, das in Großserie geht und eines Tages so legendäre Modelle wie den "Käfer" oder den "Golf" einholen soll. Doch bis dahin muss noch sehr viel Strom durch die Ladekabel fließen.

Im ostdeutschen Zwickau ist zu Beginn dieser Woche die Fertigung des ersten reinen Großserien-Elektroautos von Volkswagen angelaufen. Der ID.3 soll eine neu konzipierte Fahrzeugserie begründen, die auch das Massenpublikum anspricht und die Grundlage für weitere E-Modelle des Konzerns bildet. Zum Produktionsstart kamen VW-Vorstandschef Herbert Diess sowie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.

Der größte europäische Autohersteller hatte den ersten Vertreter der ID-Reihe Anfang September auf der Branchenmesse IAA vorgestellt. Kommendes Jahr will Volkswagen in Zwickau rund 100.000 Fahrzeuge mit dem ‎Modularen Elektrobaukasten (MEB) fertigen. Diese Technologie nutzt viele gleiche Teile für verschiedene Modelle - ähnlich wie dies bei konventionellen Antrieben mit dem Modularen Querbaukasten (MQB) geschah, der 2012 im Golf eingeführt wurde. So lassen sich Kosten senken und einheitliche Technikstandards setzen. In den nächsten drei Jahren soll der E-Baukasten bei 33 Modellanläufen verwendet werden.

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MEB-Plattform für ganzen Konzern geplant

Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik und Logistik bei VW in Sachsen, sprach von einer "Keimzelle". Hier werde mit dem MEB-Prinzip begonnen und dieses dann auf den gesamten Konzern übertragen. Von Ende 2020 an will VW in Zwickau ausschließlich Elektroautos bauen.

Aus Sicht von Diess ist es ein "entscheidender Moment" für das Unternehmen: Der Hersteller investiert Milliarden in den Wandel vom Verbrennungsmotor zu alternativen Antrieben. Beim jüngst vorgestellten Golf 8 - dem zweiten aktuellen Großprojekt - kommen aber keine reinen E-Motoren, sondern Hybridvarianten zum Einsatz.

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Milliardeninvestition in Sachsen

Rund eine Milliarde Euro steckt Volkswagen allein in den Umbau des sächsischen Standortes zur ersten E-Auto-Fabrik Deutschlands sowie in die Qualifizierung der rund 8.000 Mitarbeiter. Die Fabrik wird bei laufender Produktion umgekrempelt.

"Diese ‎Transformation zur E-Mobilität passiert nicht von heute auf morgen", sagte ‎VW-Markengeschäftsführer Ralf Brandstätter. "Aber wir ‎haben diesen Weg jetzt unwiderruflich eingeschlagen."

Elektroautos bleiben bis heute zu teuer und in der Praxis kaum einsetzbar

Volkswagen will mit dem neuen Elektroauto vor allem das Problem angehen, dass reine E-‎Fahrzeuge mit einer alltagstauglichen Reichweite bisher für viele Verbraucher zu unpraktisch und teuer sind. ‎In der Einstiegsversion kostet der ID.3 unter 30.000 Euro.

"Die ersten externen Kunden werden den ID.3 ab Sommer 2020 bekommen", sagte Thomas Ulbrich, VW-Markenvorstand für E-Mobilität‎, der dpa. Mit den Fahrzeugen solle dann eine "nahezu ‎gleichzeitige Markteinführung" in 28 europäischen Ländern umgesetzt werden.

Es gibt aber auch Kritik an der weiteren Planung der ID-Serie. So soll der Elektro-SUV ID Crozz ‎das nächste Modell der Reihe werden. Darüber herrscht bei einigen Kritikern Verwunderung, weil die schweren und wuchtigen Stadtgeländewagen als das absolute Gegenteil von nachhaltiger Mobilität gelten, und zwar gleichgültig, ob sie einen Elektromotor oder einen Verbrennungsmotor haben. (dpa/apa/red)

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