Rohstoffmangel

Forstwirtschaft sucht Gespräch mit Papierindustrie

Die Land&Forst Betriebe Österreich reagieren auf die massive Kritik von Mondi-Chef Peter Oswald.

Nach harter Kritik der Papier- und Zellstoffindustrie an steigenden Holzpreisen und Subventionen für Biomasse-Anlagen wirbt die Forstwirtschaft für einen runden Tisch. Es gehe unter anderem darum, Lösungen für den Rohstoffmangel der heimischen Papier- und Zellstoffindustrie zu finden, sagte Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, zur APA. Es könnten etwa vermehrt Hölzer wie Birke und Kiefer verarbeitet werden, um die Abhängigkeit von Fichtenholz zu reduzieren. "Insgesamt können wir aber nicht mehr Holz aus dem Wald holen."

Die Papierindustrie sorgt sich wegen steigender Holzpreise zunehmend um Standorte in Österreich, wie konkret der Papierriese Mondi um den Standort Frantschach in Kärnten mit rund 450 Mitarbeitern. "Österreich ist derzeit der schlechteste Papier- und Zellstoffstandort in Europa. Für unser Werk in Frantschach ist das eine echte Bedrohung", sagte Peter Oswald, der International-Chef des südafrikanischen Papierkonzerns Mondi, kürzlich zur "Presse". Ein weiterer Vertreter der Papierindustrie meinte am Mittwoch zur APA, "wir sehen unseren Rohstoff flöten gehen".

Montecuccoli nimmt die heimische Biomasse-Branche in Schutz. Wenn Österreich das Erneuerbare Energie-Ziel erreichen wolle, dann könne man nicht auf Biomasse verzichten. Die heimische Papier- und Zellstoffindustrie sei nicht nur von Standortfaktoren wie Rohstoff, Energie und Arbeitskosten abhängig, sondern würde auch unter Wettbewerbsverzerrung durch Lohn- und Umweltdumping in Schwellenländern leiden. (APA)

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