Elektroautos

Experte: Tesla könnte eines Tages an einen deutschen Autobauer gehen

Die Entscheidung von Tesla für Berlin sei ein großes Kompliment und eine Kampfansage an Audi, BMW und Daimler, so Fachjournalist Stefan Menzel in einem Kommentar. Doch die Kalifornier hätten noch nie wirklich bewiesen, dass sie auch Geld verdienen können - und genau das mache sie zum Übernahmekandidaten.

Die Entscheidung von Tesla, im Umland von Berlin ein neues Werk zu bauen, sei ein großes Zeichen der Anerkennung für die deutsche Autoindustrie und ihre Zulieferer, so der Stefan Menzel, Redakteur für die Automobilindustrie des "Handelsblatt" in einem Video-Kommentar. Es zeige auch, dass in Deutschland sehr viel im Bereich Elektromobilität passiere.

Die geplante Fabrik von Tesla könnte nach Angaben aus Berlin und Brandenburg bis zu 8.000 Arbeitsplätze bringen. "Die Ankündigung von Elon Musk zeigt, wie wichtig der Automobilstandort Deutschland für den Hochlauf der Elektromobilität in Europa ist", urteilte auch der Verband der Deutschen Automobilindustrie. Doch noch seien viele Fragen offen.

Zu dieser Entscheidung:
Hoffnung auf 8.000 Arbeitsplätze in der Berliner Gigafactory >>  
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Kampfansage an Daimler, Audi und BMW

Gleichzeitig sei dieser Schritt auch eine Herausforderung für Deutschlands Platzhirsche, so Menzel weiter: Wenn Elon Musk hierher komme, wolle er zeigen, dass er es besser könne. Diese Ansage betreffe vor allem die süddeutschen Premiumhersteller. Audi, BMW und Daimler könnten deshalb in den nächsten Jahren dazu gezwungen werden, statt der der heute üblichen Plug-in-Hybride mehr reine Elektroautos zu produzieren. Heute dazu: VW investiert 60 Milliarden in Elektroautos und Digitalisierung >>

Eine sehr spekulative Frage

Die Frage, ob Tesla eines Tages in deutsche Hände falle, sei eine große Spekulation. Ein Argument spreche allerdings dafür: "Tesla ist an der Börse wunderbar bewertet mit ganz viel Zukunftsphantasie. Aber im Unterschied gerade zu den deutschen Herstellern hat Tesla noch nie bewiesen, dass sie Geld verdienen können. Und jetzt wird schon wieder investiert", so Menzel mit Verweis auf die Ankündigung des Autobauers, auch in Shanghai eine Fabrik bauen zu wollen.

"Tesla ist sehr groß und gut im Geldausgeben"

"Tesla ist sehr groß und gut im Geldausgeben", sagt Menzel. Wenn Tesla es in den nächsten Jahren nicht schaffe, mit seinen großen Visionen auch Geld zu verdienen, könnte der heutige Börsenliebling eines Tages doch noch zum Übernahmekandidaten werden: "Und wenn die Deutschen es gut gemacht haben in den nächsten fünf oder auch zehn Jahren, dann könnte etwas entstehen, und dann könnte Tesla doch noch bei einem deutschen Unternehmen landen." (red)

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