Zulieferindustrie

Entwicklung beim Diesel und WLTP machen Polytec zu schaffen

Der oberösterreichische Zulieferer Polytec hat seine Gewinnnerwartung für heuer nochmals gesenkt und nennt die Rückgänge bei Dieselmotoren und WLTP als Grund. Trotzdem heißt es bei Polytec: "Jetzt wird es schrittweise wieder besser".

Der börsennotierte Autozulieferer Polytec wird weiter vom Dieselskandal in Mitleidenschaft gezogen. Die vorläufigen ungeprüften Umsatz- und Gewinnzahlen für 2018 liegen unter den Markterwartungen, teilte das oberösterreichische Unternehmen mit. Grund seien Umsatzeinbußen durch Rückgänge bei der Produktion von Diesel-Pkws sowie die Umstellung auf neue Abgasstandards.

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Hersteller erwartet Umsatzrückgang von 676 auf 637 Millionen Euro

Bereits Anfang August 2018 hatte Polytec den Ausblick für das Geschäftsjahr heruntergeschraubt. Nun liegen die vorläufigen Zahlen noch einmal darunter. Im August wurde noch mit einem Umsatz von 650 Mio. Euro gerechnet. Nun sind es nach vorläufigen Zahlen Umsatzerlöse von rund 637 Mio. Euro, ein Rückgang zum Vorjahr um rund 6 Prozent. Dazu: Gewinn bei Polytec sinkt: Dieselaffäre und WLTP als Treiber >>

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Das vorläufige operative EBITDA für 2018 beläuft sich laut jüngsten Angaben auf rund 67 Mio. Euro. Dies wäre im Vorjahresvergleich ein Rückgang um rund 19 Prozent. Die EBITDA-Marge beträgt demnach rund 10,3 Prozent (Vorjahr: 12,2 Prozent).

Sprecher: "Es wird jetzt schrittweise wieder besser"

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) war im August noch mit rund 45 Mio. Euro erwartet worden. Nach den jetzt veröffentlichten Zahlen ging das EBIT 2018 um rund 15 Mio. auf rund 40 Mio. Euro zurück. Dies entspricht einer EBIT-Marge von rund 6,2 Prozent (Vorjahr: 8,1 Prozent).

Im Geschäftsjahr 2017 hatte sich der Umsatz auf 676,4 Mio. Euro belaufen. Das EBIT betrug 55,1 Mio. Euro.

Die wichtigsten Gründe für die aktuellen Zahlen

Wesentliche Gründe für den Rückgang liegen in den Auswirkungen des Dieselskandals am Automarkt: Polytec musste mit Abrufkürzungen und Umsatzeinbußen auf Basis der reduzierten Produktion von Diesel-PKW sowie der Umstellung auf den in der EU seit September 2018 anzuwendenden Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP zurechtkommen. Zudem belasteten Preissteigerungen bei Rohmaterial und Energie das Ergebnis. "Es wird jetzt schrittweise wieder besser", zeigte sich ein Sprecher des Unternehmens auf APA-Anfrage optimistisch.

Der Jahresfinanzbericht und der Geschäftsbericht der Polytec Holding AG zum Geschäftsjahr 2018 und zum Ausblick 2019 werden am 29. März 2019 veröffentlicht. (apa/red)

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