Energiewirtschaft

Energie Steiermark und Stadtwerke Kapfenberg fixieren Zukauf

Bruck an der Mur verkauft 49 Prozent der Anteile an seinen Stadtwerken an ein Konsortium aus Energie Steiermark und Stadtwerke Kapfenberg. Der Verkauf ist vor Ort nicht unumstritten.

Bruck an der Mur verkauft 49 Prozent der Anteile an seinen Stadtwerken an ein Konsortium aus Energie Steiermark und Stadtwerke Kapfenberg. Im Brucker Gemeinderat gab es im zweiten Anlauf eine Mehrheit für den Verkauf um 7 Mio. Euro. Laut Energie Steiermark ist der Deal nun "in trockenen Tüchern". Die KPÖ Steiermark kritisierte den Verkauf "ohne innere Not".

Bereits in der Vorwoche hätte das Geschäft im Gemeinderat besiegelt werden sollen, doch da zogen die Oppositionsparteien aus, was zum Abbruch der Sitzung führte. Montagabend gab es dann eine Mehrheit durch SPÖ, ÖVP und einer parteilosen Gemeinderätin. Die Mitarbeiter der Brucker Stadtwerke wurden bereits am Freitag bei einer Betriebsversammlung über den Verkauf informiert. Gleichzeitig stellten sich die Energie-Steiermark-Vorstände Christian Purrer und Martin Graf der Belegschaft vor.

Stadtgemeinde Bruck bleibt Mehrheitseigentümer

Zweck des Verkaufs soll es laut der Stadtgemeinde sein, einen "starken regionalen Player" in der Obersteiermark zu schaffen. Mehrheitseigentümer bleibt die Stadtgemeinde Bruck. Bei der Energie Steiermark hatte es bereits vor Wochen das "Go" für den Kauf gegeben. "Die hohe Kompetenz und beeindruckende Erfahrung des Mitarbeiter-Teams der Stadtwerke Bruck sowie der faire, partnerschaftliche Zugang aller beteiligten Unternehmen auf Augenhöhe ist eine erfolgsversprechende Grundlage, die Region zu einem österreichischen Vorbildprojekt in Sachen Energie und Nachhaltigkeit zu entwickeln", hieß es vom Vorstand der Energie Steiermark.

White Paper zum Thema

Man wolle die Versorgungssicherheit absichern und neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen etablieren. "Dabei sind uns die Schwerpunkte Qualifizierung - vor allem im Bereich der Lehrlingsausbildung - sowie die Stärkung der Region ein besonderes Anliegen."

"Ein Verkauf ohne innere Not"

Kritik hagelte es unter anderem seitens der KPÖ, die ein Mandat im Gemeinderat hält. Die Stadtwerke seien "der zentrale kommunale Betrieb. Über Generationen hinweg wurden sie durch verantwortungsbewusste Stadtväter auf- und ausgebaut. Die Beschäftigten leisten großartiges, um die Daseinsvorsorge der Bruckerinnen und Brucker zu gewährleisten. Die Stadtwerke arbeiten kosteneffizient und höchst effektiv. Nun sollen sie ohne innere Not zu 49 Prozent an ein Firmenkonstrukt veräußert werden." Überschüsse seien erwirtschaftet worden. Der Verkauf diene nur zum "Schließen von Budgetlücken". (apa/red)