Energieversorger

Energie Burgenland kündigt Milliardeninvestitionen an

Der burgenländische Versorger will in den nächsten Jahren zwei Milliarden Euro in den Ausbau von Windkraft, PV und Netze investieren, so die neuen Vorstände Stephan Sharma und Reinhard Czerny. Ziel ist einer der vorderen Plätze in ganz Europa bei grünen Technologien. Die Kehrseite: Bis zu 90 Prozent der Ausgaben laufen über eine Fremdfinanzierung.

Die Energie Burgenland hat ihr "Programm Burgenland 2025" präsentiert. Demnach werden in den nächsten Jahren 2 Mrd. Euro investiert, vorrangig in den Ausbau der Windkraft, der Photovoltaik und der Netze, erklärten Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma und Finanzvorstand Reinhard Czerny. Damit soll das Ziel, eines der führenden grünen Technologie-Unternehmen Europas zu sein, erreicht werden.

Das Burgenland emittiert derzeit 2 Mio. Tonnen CO2, dieser Wert müsste tatsächlich Richtung Null gehen, so Sharma. Die Mission sei, das gesamte Burgenland klimaneutral zu machen und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Zunächst sollen in fünf Jahren die Emissionen halbiert und die Gewinne verdoppelt werden: "Das ist das Vorhaben."

Die Investitionen von rund 2 Mrd. Euro würden im Burgenland eine Wertschöpfung von 530 Mio. Euro auslösen und 6.400 Arbeitsplätze schaffen. 45 Prozent davon sollen in die Windkraft fließen, 30 Prozent in Photovoltaik und 20 Prozent in den Netzausbau. Die möglichen Projektstandorte seien vom Nord- bis zum Südburgenland verteilt, konkreter wurde Sharma nicht. Die Investitionen beziehen sich jedoch nur auf das Burgenland, Auslandsaktivitäten seien derzeit nicht spruchreif.

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Auch die Produktion und der Bereich Digitalisierung werden ausgebaut

Wachsen will die Energie Burgenland in den vier Bereichen Erzeugung, Netz, Digitalisierung und Kunden. So soll die Erzeugung erneuerbarer Energie von 900 auf über 3.000 GWh verdreifacht werden und neben der Nummer eins bei Windkraft soll das Unternehmen auch bei der Photovoltaik die Nummer eins in Österreich werden. Hierzu brauche es den Dachflächen- sowie den Flächenausbau mit Doppelnutzung.

Beim Stromnetz ist der Ausbau um 70 km von Oberpullendorf bis Rotenturm und von Rotenturm bis Güssing geplant. Speichertechnologien sollen mehr Stabilität im Netz ermöglichen und das Erdgasnetz soll so ertüchtigt werden, dass eine Beimischung von bis zu zehn Prozent Wasserstoff möglich ist. Die Digitalisierung sei ein Schlüssel zur Klimaneutralität. Sharma verwies etwa auf Algo Trading bei der Vermarktung, den Internet-Vollausbau oder Smart-home-Lösungen für mehr Energieeffizienz. Den Kunden sollen attraktive regionale Produkte angeboten werden. Der Vorstandsvorsitzende nannte hier etwa die bereits vorgestellte Plattform "Weiterdenker" oder Abomodelle: "Alle Produkte sind 100 Prozent Burgenland."

Eine Fremdfinanzierung bei bis zu 90 Prozent der Ausgaben geplant

Was die Finanzierung der geplanten Investitionen von rund 2 Mrd. Euro betrifft, ist laut Czerny ein Mix vorgesehen, wobei 10 bis 20 Prozent Eigenkapital, der Rest aus Fremdfinanzierung geleistet werden soll. Die Eigenkapitalquote soll bei 45 Prozent halten, der Verschuldungsgrad niedrig und die Schuldentilgungsdauer kurz sein. Sharma sieht eine stabile Fremdfinanzierung und gerade einen guten Zeitpunkt für Investitionen. (apa/red)