Maschinenbau

Einbrüche und massiver Stellenabbau bei Engel

Der oberösterreichische Maschinenbauer Engel meldet für das abgelaufene Geschäftsjahr starke Einbrüche bei Umsatz und neuen Aufträgen. Geplant ist nun der Abbau hunderter Arbeitsplätze - sowohl natürliche Abgänge als auch Kündigungen.

Auftragsrückgänge haben dem oberösterreichischen Maschinenbauer Engel mit Zentrale in Schwertberg 2019/20 (per 31.3.) einen Umsatzrückgang von 1,6 auf 1,3 Mrd. Euro (minus 19 Prozent) beschert. Der Mitarbeiterstand in den österreichischen Werken wurde bereits von 3.900 auf 3.600 reduziert, bestätigte Engel einen Bericht der "Oö. Nachrichten". Ein weiterer Abbau soll folgen.

Bereits im Vorjahr waren 50 Leasingarbeiter im Werk St. Valentin abgebaut und eine weitere Reduktion des Mitarbeiterstands um 5 bis 10 Prozent - also bis zu 390 Leute - angekündigt worden. Der vorliegende Sozialplan geht nun von zehn Prozent aus. Die Hälfte davon wurde bereits abgebaut. Laut dem oberösterreichischen Unternehmen handle es sich je etwa zur Hälfte um Kündigungen und natürliche Abgänge. "Wir haben vor, die weiteren Kürzungen - abhängig von der Auslastung im Herbst - bis Oktober umzusetzen", so der Sprecher der Geschäftsführung Stefan Engleder. "Stand heute werden wir mit den im Herbst (des Vorjahres, Anm.) angekündigten Maßnahmen auskommen."

Einbruch bei neuen Aufträgen

Hintergrund sind Auftragsrückgänge. Diese betreffen laut OÖN vor allem die Großanlagen, die vorrangig in die Automobilindustrie gehen. Auch im laufenden Geschäftsjahr werde das Volumen noch einmal deutlich nach unten gehen, erwartet Engleder. Die Auftragseingänge liegen erneut 20 Prozent hinter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt ist offenbar eine Verschiebung zu bemerken: Wurden vor einigen Jahren noch zwei Drittel des Geschäfts mit Autokonzernen gemacht, ist es nun nur mehr die Hälfte.

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Die Branchen Medizin und Verpackung machen einen Teil der Einbrüche wett, hier "haben sich die Auftragsstände teils verdoppelt", betonte Engleder. Engel erzeugt Spritzgussanlagen, mit denen Kunststoffteile für Petrischalen, Beatmungsgeräte, Desinfektionsdispenser, Joghurtbecher etc. gefertigt werden.

Kurzarbeit geht weiter

Seit Ostern wird - nach einem dreiwöchigen Betriebsurlaub - kurzgearbeitet. Angemeldet sei ein Beschäftigungsausmaß von 50 Prozent, gearbeitet werde aber rund 70 Prozent der Normalarbeitszeit, so Engleder. Im August sei ein zweiwöchiger Betriebsurlaub vorgesehen, insgesamt sei man "bis September vernünftig ausgelastet". Engleder zeigte sich auch überzeugt, dass Engel stärker als Mitbewerber aus der Krise hervorgehen werde, weil man u.a. in automatisierte Abläufe und in die Forschung - rund 70 Mio. Euro pro Jahr - investiere. Als Lehre aus der Coronazeit bleibt zudem eine Home-Office-Vereinbarung, die drei Tage Arbeit zu Hause pro Monat vorsieht, auch nach Corona.

Heimische Standorte in Schwerberg, St. Valentin und Dietach

Engel beschäftigt (per 1. April) weltweit 6.500 Mitarbeiter, im Jahr davor waren es 6.900. Die Zahl der Beschäftigten in Österreich sank von 3.900 auf 3.600. Der Großteil von ihnen (2.140) arbeitet in Schwerberg und St. Valentin (1.200), weitere 260 Menschen arbeiten in Dietach. Die Leasingmitarbeiterquote an den heimischen Standorten liegt bei rund 10 Prozent. (apa/red)

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