Strafzölle

Druck der USA wirkt: Chinas Wachstum geht stark zurück

Der Handelsstreit zwischen China und den USA beeinflußt den gesamten Welthandel. Eingeweihten zufolge legt Peking jetzt eine Liste mit Antworten auf die Forderungen der Amerikaner vor. Dagegen ist ein schnelles Ende im Konflikt zwischen den USA und der EU derzeit nicht in Sicht.

In die Bemühungen um ein Ende des Handelsstreits zwischen China und den USA kommt wieder Bewegung. Die Führung in Peking lieferte US-Regierungskreisen zufolge eine schriftliche Antwort auf die Forderung nach weitreichenden Änderungen in der Handelspolitik.

Die Volksrepublik beziehe darin Stellung zu Konfliktpunkten wie dem Diebstahl geistigen Eigentums, Subventionen und dem großen US-Handelsdefizit mit China, sagten drei US-Regierungsmitarbeiter vor wenigen Tagen der Nachrichtenagentur Reuters. Die USA hatten konkrete Lösungsvorschläge als Bedingung für die Aufnahme formeller Verhandlungen verlangt. Ob das Schreiben genug Zugeständnisse enthielt, blieb zunächst offen.

Ob China tatsächlich Zugeständnisse macht ist unklar

Aus den US-Regierungskreisen verlautete Skepsis. "Sie sind nicht im selben Universum", sagte ein Insider. Es handle sich weitgehend um eine Neuformulierung früherer Aussagen. Beide Seiten lagen in dem seit Monaten schwelenden Streit zuletzt weit auseinander.

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Anfang November hatte sich US-Präsident Donald Trump nach einem Telefonat mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping optimistisch gezeigt, dass die beiden weltgrößten Volkswirtschaften ein Handelsabkommen schließen können. Zugleich drohte er aber mit weiteren Zöllen, sollte es keine Fortschritte geben.

Trump mahnte zuletzt entscheidende Fortschritte bis zum Treffen mit Xi beim Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) Ende November Anfang Dezember in Buenos Aires an. Er wirft China unfaire Handelspraktiken vor und stört sich an dem großen Defizit im Warenaustausch mit der Volksrepublik. Die Führung in Peking weist die Vorwürfe zurück und beschuldigt die Vereinigten Staaten der "Handels-Tyrannei".

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Druck der USA wirkt: Chinas Wachstum geht massiv zurück

Der Konflikt hinterlässt zunehmend Bremsspuren in Chinas Wirtschaft. Das Gewinnwachstum der dortigen Unternehmen brach im dritten Quartal auf im Schnitt 3,9 Prozent ein, wie aus einer Reuters-Analyse hervorging. In den zwei Jahren zuvor legten die Quartalsgewinne noch jeweils zwischen 20 und 55 Prozent zu.

Die USA haben bereits Zölle auf Waren im Volumen von 250 Mrd. Dollar (221 Mrd. Euro) gegen China verhängt. China reagierte mit Strafzöllen auf US-Güter im Wert von 110 Mrd. Dollar. Trump hatte zudem damit gedroht, sämtliche übrige China-Importe im Volumen von 267 Mrd. Dollar mit Zöllen zu belegen.

Keine schnelle Lösung im Konflikt zwischen USA und EU in Sicht

Im Zollstreit zwischen den USA und der EU zeichnete sich keine schnelle Lösung ab. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sagte vergangene Woche nach einem Treffen mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer in Washington, sie hätten nicht speziell über die von Trump angedrohten Autozölle gesprochen. Vielmehr seien Fragen der Regulierung sowie des Imports von Sojabohnen und Flüssiggas aus den USA erörtert worden.

Sollten die USA tatsächlich Zölle auf Autos aus der EU erheben, liege bereits eine Liste mit Vergeltungszöllen bereit, bekräftigte Malmström. Dazu: US-Strafzölle auf Europas Autos: Gespräche vor Drohkulisse >>

Richtig in die Gänge kommen könnten die Gespräche aber erst Anfang nächsten Jahres, wenn die Beratungen im US-Kongress abgeschlossen seien und die EU-Kommission ein Verhandlungsmandat von den Mitgliedsländern habe.

US-Autoverband warnt

Der US-Verband der Automobilhersteller warnte, erhöhte US-Autozölle würden die Vorteile von Steuersenkungen und des neuen Handelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada zunichtemachen. Sie könnten zum Verlust von bis zu 700.000 Arbeitsplätzen in den USA führen. (reuters/apa/red)

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