Steuertipps

Update Steuer

Themen: Vorsteuerabzug auch bei fehlender Rechnung?, und Stolperfalle Tageberechnung bei Auslandsentsendungen

Steuertipp Steuer Grant Thornton Austria

Nachdem der EuGH in den vergangenen Jahren die Möglichkeit des Vorsteuerabzuges auch bei Nichtvorliegen von formalen Voraussetzungen in richtungsweisenden Entscheidungen thematisiert hat, wurde dieses Kapitel nun um einen weiteren Meilenstein erweitert.

Aus dem kürzlich ergangenen Urteil in der Rs Vadan kann abgeleitet werden, dass der Vorsteuerabzug in Einzelfällen trotz gänzlichen Fehlens einer Rechnung zu gewähren ist, sofern

  • die materiellen Voraussetzungen für den VSt-Abzug vorliegen (ein diesbezüglicher Nachweis gelingt, wenn andere Unterlagen das Vorliegen der Vorsteuerabzugsberechtigung belegen).
  • kein Verschulden am Nichtvorliegen der Rechnung unterstellt werden kann.
  • ein Nachweis vorliegt, dass die Vorsteuern bezahlt wurden.

Die Tageberechnung für die 183-Tage-Grenze unterscheidet sich von der Berechnung jener Tage, auf deren Basis die Steuer- bemessungsgrundlagen tatsächlich aufgeteilt werden.

Für die Berechnung der 183-Tage-Grenze zählen sämtliche Aufenthaltstage inkl. An- und Abreisetage im Tätigkeitsstaat. Es ist dabei unerheblich, ob die Tage dem Arbeitseinsatz gewidmet sind oder nicht. Mit dieser Berechnung wird im ersten Schritt ein Besteuerungsrecht des Tätigkeitsstaates ermittelt.

Liegt ein solches vor, erfolgt die Aufteilung der Bemessungsgrundlagen jedoch nur auf Basis der tatsächlichen Arbeitstage in den betroffenen Staaten. Urlaub, Krankenstand etc. werden dabei nicht berücksichtigt.

White Paper zum Thema

Autoren: Alexander Wojciechowski, M.A., und Mag. Julia Saric-Bischof, sind Steuerberater bei Grant Thornton Austria.