Außenhandel

Das Coronavirus nimmt Italien wieder fest in den Griff

Bei einem der vier wichtigsten Handelspartner Österreichs sind die neu Infizierten inzwischen im Durchschnitt 40 Jahre alt, die meisten von ihnen symptomfrei. Der Reproduktionsfaktor in allen Regionen hat sich auf über 1 erhöht. Eine Rückverfolgung von Infektionsherden ist kaum mehr möglich.

Italien Coronavirus Coronakrise

Die Corona-Pandemie ist in ganz Italien verbreitet und ist nicht mehr auf einzelne Infektionsherde beschränkt. Der Reproduktionsfaktor, der Informationen über die Ausbreitung der SARS-CoV-2-Infektionen gibt, sei in allen 20 italienischen Regionen auf über 1 gestiegen, teilte der Präsident des Obersten Gesundheitsinstituts ISS, Silvio Brusaferro in einer Ansprache vor dem Senat mit.

Das Durchschnittsalter der Neuinfizierten sei auf 40 Jahre gesunken. Die meisten Infizierten seien symptomfrei. Es sei wichtig, die symptomfreien Infizierten zu lokalisieren, um die Ansteckungen zu stoppen. "Wir müssen die Epidemiekurve der Neuansteckungen einschränken", sagte Brusaferro.

Forderung nach einem Lockdown in Mailand und Neapel

Angesichts der rasant steigenden Zahl von Neuansteckungen sollte ein Lockdown in Mailand und Neapel verhängt werden, forderte der Wissenschafter und Berater des Gesundheitsministeriums, Walter Ricciardi. Diese Ansicht teilt auch Guido Bertolini, Koordinator der im Kampf gegen Covid-19 eingesetzten lombardischen Krankenhäuser. "Die einzige Lösung ist ein gesamtstaatlicher Lockdown. Die Lage in den Ersthilfen der Krankenhäuser, die von Patienten bestürmt werden, ist dramatisch, und zwar nicht nur in der Lombardei, sondern in ganz Italien", warnte Bertolini.

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Der lombardische Präsident Attilio Fontana schloss einen Lockdown in seiner Region aus. "Wir müssen die öffentliche Gesundheit und die Wirtschaft gleichzeitig schützen", warnte Fontana. Der Mailänder Bürgermeister, Giuseppe Sala, meinte, in der jetzigen Phase sei ein Lockdown in seiner Stadt nicht notwendig. Es gebe noch genug Plätze auf den Intensivstationen der lombardischen Krankenhäuser. (apa/red)