Autoindustrie

Daimler verkauft Werk in Frankreich - "Smart" wandert komplett nach China

Autobauer Daimler will sein Werk im französischen Hambach verkaufen. Den dort produzierten Kleinwagen "Smart" baut der Hersteller in Zukunft mit seinem chinesischen Großaktionär Geely in China.

Der deutsche Autobauer Daimler kürzt in einem weltweiten Netz von Produktionsstandorten und will nun das Werk im französischen Hambach verkaufen. Den Kleinwagen Smart baut Daimler künftig gemeinsam mit seinem Großaktionär Geely in China, das Werk in Hambach sollte dafür eigentlich ein anderes Modell bekommen. Nun wird es gar nicht mehr gebraucht.

Der Konzern muss schon wegen der enormen Kosten für Digitalisierung und den Wandel der Branche zur Elektromobilität kräftig sparen. Nun komme noch die Corona-Pandemie dazu, die zu neuen Rahmenbedingungen im Markt führe - "und in diesem Zusammenhang optimieren wir unser globales Produktionsnetzwerk", sagte Vorstandschef Ola Källenius. "Deswegen beabsichtigen wir, Gespräche über den Verkauf des Werks Hambach aufzunehmen."

Produktion des Kleinwagens wandert komplett nach China

An dem Standort unweit der Grenze zu Deutschland sind 1.600 Mitarbeiter beschäftigt. Dort wird bisher noch der Kleinwagen Smart gebaut, den Daimler von der nächsten Modellgeneration an zusammen mit seinem Großaktionär Geely in China produzieren will. Die beiden Konzerne hatten dazu gemeinsam ein neues Unternehmen gegründet, um der Marke neuen Schwung zu geben. Hambach hätte laut früheren Ankündigungen im Gegenzug einen Kompaktwagen aus der neuen Elektro-Modellreihe EQ von Mercedes-Benz bekommen sollen.

White Paper zum Thema

Angaben zu einem Zeitplan für die Verkaufsgespräche machte Daimler nicht. "Ein wichtiges Ziel ist für uns, die Zukunft des Standortes zu sichern", sagte Forschungsvorstand Markus Schäfer. "Weitere Prämisse: Die aktuellen Smart-Modelle sollen weiter in Hambach produziert werden." Mehr als zwei Millionen Smart-Zweisitzer sind dort bis heute vom Band gelaufen. Die viersitzigen Modelle baut Kooperationspartner Renault in seinem Werk in Slowenien.

Einbrüche wegen der Coronakrise

Daimler hat derzeit, wie alle Autohersteller, mit den drastischen Folgen der Coronakrise zu kämpfen. Der Absatz brach ein, wochenlang standen Teile der Produktion still, der Gewinn stürzte ab. Kommende Woche steht die Hauptversammlung an, zwei Wochen später legt der Konzern die Zahlen für das zweite Quartal vor. Der geplante Verkauf des Werks in Hambach werde darin bei der Mercedes-Benz AG mit einem negativen Sondereffekt in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe zu Buche schlagen, kündigte Daimler an. (dpa/apa/red)

Verwandte tecfindr-Einträge