Erdgas

Dänemark: Arbeiten an Nord Stream 2 könnten Ende April fertig sein

Nach Angaben dänischer Behörden könnten die Verlegearbeiten in den Hoheitsgewässern Dänemarks bis Ende April 2021 großteils abgeschlossen sein. Bis dahin arbeitet das russische Verlegungsschiff "Fortuna" mit mehreren anderen Schiffe am umstrittenen Milliardenprojekt.

Die Verlegearbeiten für die umstrittene Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 könnten in Dänemark nach Angaben einer dortigen Behörde bis Ende April 2021 großteils abgeschlossen sein. Bis dahin ist geplant, die beiden Rohrleitungen in den Gewässern des Landes südlich und südwestlich von Bornholm bis zur deutsch-dänischen Seegrenze zu verlegen.

Das ging aus einer Meldung der dänischen Seefahrtsverwaltung (Søfartsstyrelsen) hervor, mit der die Behörde Seefahrer über Vorgänge auf See informiert. Die Arbeiten sollen demnach vom Rohrverlegungsschiff "Fortuna" mit Unterstützung mehrerer anderer Schiffe ausgeführt werden. Die Nord Stream 2 AG äußerte sich zunächst nicht näher. "Wir werden zu gegebener Zeit informieren", hieß es.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sprach sich gegenüber der deutschen Tageszeitung "Welt" für die Nord-Stream-2-Pipeline aus, an deren Finanzierung auch der Öl- und Gaskonzern OMV beteiligt ist.. Bei Nord Stream handle es sich um ein "europäisches Projekt", das im Interesse vieler EU-Länder sei. "Wer glaubt, dass die neue Pipeline nur im Interesse Russlands wäre, der irrt", so Kurz. Die USA und mehrere EU-Staaten sind gegen das fast fertige Milliardenprojekt, weil sie eine zu hohe Abhängigkeit von russischem Gas befürchten.

White Paper zum Thema

Nord Stream 2 AG setzt Verlegearbeiten fort

Nach einem Baustopp setzt die Nord Stream 2 AG ungeachtet von US-Sanktionen ihre Verlegearbeiten an der umstrittenen deutsch-russischen Ostsee-Gasleitung fort. "Das Pipeline-Verlegeschiff "Fortuna", das am 24. Jänner die Arbeiten im Verlegekorridor in der dänischen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) aufgenommen hatte, hat nach erfolgreichen Verlegetests heute mit der Weiterverlegung begonnen", teilte die Projektgesellschaftabend mit.

Nach Angaben von Nord Stream 2 sind 94 Prozent des rund 1.230 Kilometer langen Doppelstrangs bereits fertiggestellt. Er soll einmal 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland befördern. Den Angaben zufolge fehlen noch etwa 120 Kilometer in dänischen und 30 Kilometer in deutschen Gewässern. Das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte Mitte Jänner den sofortigen Weiterbau in deutschen Gewässern erlaubt, nachdem die Genehmigung Ende vergangenen Jahres ausgelaufen war. Derzeit ist die Genehmigung allerdings außer Kraft, weil Umweltverbände Widerspruch eingelegt haben.

Bau war ein Jahr lang unterbrochen

Alle Arbeiten erfolgten in Übereinstimmung mit den vorliegenden Genehmigungen, teilte die Nord Stream 2 AG mit. "Zum Bauablauf und den weiteren Planungen werden wir entsprechend informieren", hieß es. Schon vor gut zwei Wochen hatte das russische Spezialschiff "Fortuna" mit Vorbereitungen und Tests begonnen. Zuletzt war Ende des vergangenen Jahres ein 2,6 Kilometer langer Abschnitt in deutschen Gewässern fertiggestellt worden. Der Bau hatte zuvor ein Jahr geruht, nachdem Sanktionsdrohungen aus den USA Ende 2019 zum Abzug von Spezialschiffen einer Schweizer Firma geführt hatten. (dpa/apa/red)