Energiewirtschaft

Coronakrise lässt Großhandelspreise für Strom weiter sinken

Im Vergleich zum Mai des Vorjahres fällt der Österreichische Strompreisindex um 9.3 Prozent. Im Vergleich zum Basisjahr 2006 liegt der Index bei 91,56 Punkten - der Spitzenlastpreis fällt auf 81,75 Punkte.

Der Wirtschaftseinbruch durch die Coronakrise wirkt sich jetzt auch stark auf die Strompreise aus:  Der Österreichische Strompreisindex, errechnet von der Österreichischen Energie Agentur fällt im Mai um fast 10 Prozent. Gegenüber dem ohnehin schon schwachen Vormonat fällt er nochmals um 3,4 %. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres 2019 liegt der ÖSPI um 9,3 % niedriger. Bezogen auf das Basisjahr (2006 = 100) erreicht der von der Österreichischen Energieagentur errechnete Index im Mai 2020 einen Stand von 91,56 Punkten.

Der Grundlastpreis (96,17 Indexpunkte) fällt gegenüber dem Vormonat um 3,4 % und im Jahresvergleich um 9,0 %. Der Spitzenlastpreis (81,75 Indexpunkte) weist im Monatsvergleich ein Minus von 3,3 % und im Jahresvergleich ein Minus von 9,8 % auf.

Der ÖSPI erfasst nur das Produkt Strom (Strom-Großhandelspreise) und berücksichtigt keine Netzgebühren, Steuern oder Abgaben. Der Gesamtpreis für Strom teilt sich beim Endkonsumenten mit knapp 40 % auf die Energiekomponente und zu 60 % auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf.

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Der ÖSPI wird nach einer standardisierten Methode und auf Basis der Notierungen an der Energie-Börse EEX (European Energy Exchange) in Leipzig berechnet. Grundlage des ÖSPI sind die Marktpreise für Strompreis-Futures der kommenden vier Quartale. Sie sind gleichzeitig ein Indikator für die zu erwartende Entwicklung des Strompreises. Konkret werden neben den Werten für Grundlast, also der regelmäßigen, bandförmigen Stromlieferung, auch die Werte für Spitzenlast zur Berechnung herangezogen.

Der ÖSPI zeigt an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis für Strom im kommenden Monat gegenüber der Basisperiode, dem Vormonat und dem Vorjahr auf Grundlage eines fiktiven Beschaffungsverhaltens verändert. Der Durchschnitt der Strompreise aus dem Jahr 2006 ist die Ausgangsbasis für den Strompreisindex.
Der ÖSPI bildet nur die reine Energiekomponente ab. Der Gesamtpreis für Strom teilt sich beim Endkonsumenten mit knapp 40 % auf die Energiekomponente und zu 60 % auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf. Weitere Faktoren, die den Strompreis beeinflussen – wie beispielsweise die Beschaffungsstrategien der Energieversorger – werden im ÖSPI nicht berücksichtigt. Ein Steigen bzw. Fallen des ÖSPI lässt daher nur eine entsprechend geringere Erhöhung bzw. Senkung des gesamten Strompreises erwarten. Mit dem ÖSPI kann keine Aussage getroffen werden, wie die Energieanbieter ihre Preise gegenüber den Endkunden tatsächlich gestalten.