Nutzfahrzeugindustrie

Chipmangel: Volvo warnt vor massiven Lieferproblemen

Die Engpässe an Chips am Weltmarkt weiten sich weiter aus. Jetzt warnt der schwedische Lastwagenbauer Volvo vor massiven Chiplieferproblemen. Demnach könnte das zeitweilige Zusperren von Werken mehrere Wochen dauern.

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo hat vor massiven Produktionsproblemen wegen der fehlenden Belieferung mit Halbleitern gewarnt. Der Rivale von Daimler und der VW-Holding Traton muss wegen der weltweiten Chipknappheit beginnend mit dem zweiten Quartal in den Truckwerken die Produktion anhalten, wie die Schweden in Stockholm ankündigten. Insgesamt würden sich die Schließtage laut einer Schätzung wohl auf zwei bis vier Wochen summieren, je nach Werk.

Volvo rechnet damit, dass die Störungen die Ergebnisse und den Mittelzufluss belasten werden. Die Abschätzbarkeit der globalen Lieferkette für Chips und andere Komponenten sei derzeit sehr niedrig, die Unsicherheit um die weitere Entwicklung hoch, hieß es von Volvo. Auch auf andere Geschäfte wirke sich die Situation aus. Der Kurs der Volvo-Aktie in Stockholm sackte um rund 7 Prozent auf 219 schwedische Kronen (21,6 Euro) ab. Auch andere Aktien in der Branche gerieten in Mitleidenschaft, Daimler verloren 2,5 Prozent, Traton-Papiere 2,7 Prozent.

Warnungen auch bei MAN-Mutterkonzern Traton

Traton-Finanzchef Christian Schulz hatte am Vortag auf Risiken wegen der Pandemie und möglichen Problemen mit Chips verwiesen. Dennoch peilt die VW-Holding eine starke Steigerung von Absatz und Umsatz an. Auch Daimler will im Lkw-Geschäft bei Absatz und Umsatz deutlich zulegen. Im vergangenen Jahr war der Markt für neue Nutzfahrzeuge wegen der Coronapandemie zwischenzeitlich nahezu zum Erliegen gekommen. Im zweiten Halbjahr zogen die Auftragseingänge wieder an.

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Analyst Nicolai Kempf von der Deutschen Bank schätzte, dass Volvo im zweiten Quartal 16.000 weniger Lkw produzieren könnte als im Vorjahreszeitraum. Das entspreche neun Prozent der für 2021 prognostizierten Menge. Allerdings könne es im zweiten Halbjahr zu Nachholeffekten kommen. Die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr dürften spürbar sinken. (dpa-afx/apa/red)