Waffen

Bulgarien beginnt mit Kaufgesprächen über US-Kampfjets

Nach langem Streit im Parlament kann die Regierung Bulgariens die Verhandlungen zum Kauf von amerikanischen Kampfjets beginnen. Das ärmste Land der EU will seine Flugzeuge sowjetischer Bauart durch acht neue Kampfjets des Typs F-16 ersetzen.

Nach langem Streit kann Bulgariens Regierung Verhandlungen mit den USA über den Kauf fabrikneuer US-Kampfjets beginnen. Das Parlament in der Hauptstadt Sofia stimmte der Aufnahme von Gesprächen zu. Das NATO-Mitglied will mit den US-Jets des Typs F-16 seine veralteten Kampfflugzeuge MIG-29 sowjetischer Bauart ersetzen.

F-16 sollen MIG-29 ersetzen

Der Fraktionschef der bürgerlichen Regierungspartei GERB, Zwetan Zwetanow, bezeichnete die Abstimmung als eine "wichtige politische und strategische Entscheidung". Die US-Botschaft in Sofia begrüßte die Parlamentsentscheidung.

Staatspräsident Rumen Radew, ein ehemaliger Kampfjetpilot, hatte sich in einem langen Streit mit der Regierung für den Kauf von Kampfjets des Typs Gripen aus Schweden eingesetzt. Die regierende GERB lehnte das Angebot der Schweden mit der Begründung ab, die Gripen-Kampfjets müssten noch zusätzlich nach den NATO-Normen ausgerüstet werden.

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Für die Aufnahme von Gesprächen über den Kauf acht neuer Kampfjets des Typs F-16 stimmte eine Mehrheit von 130 Parlamentariern der GERB und der oppositionellen Türkenpartei DPS. 84 Gegenstimmen kamen aus den Reihen der oppositionellen Sozialisten sowie aus kleineren Koalitionspartnern der GERB.

Bulgarien hat bis heute viel russische Militärtechnik

Der Kaufpreis wird voraussichtlich über dem vom ärmsten EU-Land vorgesehenen Betrag von 1,8 Milliarden Lewa (rund 920 Millionen Euro) liegen, die USA sollen aber nach Informationen der Regierung in Sofia einen kleineren Endpreis zugesichert haben. Das einstige Ostblockland Bulgarien ist seit 2004 Mitglied der NATO, hat aber noch immer viel Militärtechnik russischer Bauart. (dpa/apa/red)