Corona-Strategien

Blitzbefragung: COVID-19 und seine Folgen für die Metalltechnische Industrie

Laut Umfrage des Fachverbands kommen heimische Unternehmen der metalltechnischen Industrie aktuell auf 61 Prozent der Normalauslastung. Am besten geht es noch dem Anlagenbau.

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Kaum verwertbare Stimmungsindikatoren, statistische Daten, die vor Beginn der Corona-Maßnahmen erhoben wurden: Die Metalltechnische Industrie hat sich bei ihrem Branchenausblick April für eine Direktbefragung ihrer Mitglieder entschieden. Die Zahl an Rückmeldungen sei hoch, die Ergebnisse der Blitzumfrage „liefern somit ein zuverlässiges Bild“, schickt Konjunkturexperte Martin Baminger voraus.

Der wichtigste Punkt vorweg: Die Unternehmen der Metalltechnischen Industrie produzieren momentan mit 61,4 Prozent der Normalauslastung. Nicht überraschend, dass über 80 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit in Anspruch nehmen. Die Kurzarbeit wird dabei auf einen Großteil der Belegschaft „mit meist 90 Prozent Stunden-Reduktion angewandt“, heißt es in der Erhebung.

"Heterogenes Bild"

Aus etlichen Telefonaten mit Unternehmen bekamen die Experten der Branchenvertretung in punkto Betroffenheitsgrad ein „äußerst heterogenes Bild“. Es ging von der völligen vorübergehenden Stilllegung der Produktion bis zur Produktion an den absoluten Kapazitätsgrenzen. „Dieses Bild hat sich voll bestätigt“, heißt es bei der Metalltechnischen Industrie. Rund neun Prozent der Unternehmen liegen bei 100 Prozent oder sogar über der Normalauslastung, rund 16 Prozent bei Null oder knapp darüber. Fazit: Größer könnten die Unterschiede momentan kaum sein. 

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Anlagenbauer kommen am besten weg

Ein eindeutiges Bild zeigt die Branchenbetroffenheit. Die automotive Zulieferung und die Gießerei seien enorm betroffen mit einer Auslastung von nur knapp einem Drittel der Normalkapazität. Am besten geht es noch dem Anlagenbau, gefolgt vom baunahen Sektor, der Metallwarenindustrie und dem Maschinenbau. „Wobei ‚besser‘ hier relativ sei, die genannten Branchen würden „zwischen 60 und 70 Prozent der Normalproduktion“ liegen. 

MTI © MTI

Schwieriges Folgemonat

Das kommende Monat dürfte nach Einschätzung der Unternehmen noch härter als der Status quo für diese werden. Zwar erwartet annähernd die Hälfte der Unternehmen, dass die Situation stabil bleibt, eine Verbesserung gibt es aber nur in jedem siebten Unternehmen. Auffallend ist, dass der baunahe Sektor (27 % erwarten eine Besserung) und die automotive Zulieferung (33 %, aber ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau) optimistischer sind. Anlagenbauer erwarten mit größerer Mehrheit keine Änderung der Situation in den kommenden vier Wochen.

Hier geht es zu den Ergebnissen des Branchenausblicks.