Arbeitsmarkt

Auch wenn zu viele Jobangebote da sind, steigen nicht unbedingt die Löhne

Ein Mangel an Fachkräften führt nicht zwingend zu höheren Gehältern - wenn gut ausgebildete Menschen in bestimmten Berufen fehlen, können sie nicht unbedingt mit höheren Löhnen rechnen. Das gilt in die Gegenrichtung genau so: Auch viel höhere Löhne können nicht gute Experten herbeizaubern.

Im Einzelhandel gibt es einen großen Fachkräftemangel, die Zahl der Jobangebote steigt - die angebotene Bezahlung hinkt aber hinterher. Auf der anderen Seite wird Ärzten in den Stellenanzeigen zwar die höchste Entlohnung versprochen, tatsächlich verdienen aber Mitarbeiter im Finanzbereich am besten, vor Managern und IT-Spezialisten, zeigt eine Auswertung von Stepstone.

Zugleich winken viele Arbeitgeber mit Überzahlungen. "Die tatsächlich bezahlten Gehälter weichen zum Teil deutlich von den angeführten Beträgen ab", kommentiert Stepstone-Gehaltsexperte Conrad Pramböck die Angebotslage. Von Durchschnittswerten sollte sich niemand aus der Ruhe bringen lassen: "Überprüfen Sie lieber Ihr Gehalt im Einzelfall." Stepstone hat die Gehaltsangaben in Stellenanzeigen von 22 Printmedien und 21 Jobbörsen im Zeitraum von Jänner bis Oktober 2019 ausgewertet.

Ärzten werde mit durchschnittlich 5.300 Euro Brutto pro Monat in den Stellenanzeigen das meiste Geld angeboten, dahinter folgen mit Respektabstand Ingenieure und IT-Spezialisten mit rund 3.600 Euro. Über 3.000 Euro stehen auch bei Naturwissenschaftlern, Vertriebsmitarbeitern und Personalisten in den Stellenangeboten. Auf der Gegenseite stehen Verkäufer, die zwar "dringend gesucht, aber schlecht bezahlt" seien, vor allem im Einzelhandel, denen nur rund 2.100 Euro versprochen werden. Allerdings kommen erfahrene Verkäufer in technischen Branchen oder der IT auf über 70.000 Euro im Jahr, mit Boni sogar über 100.000 Euro. (apa/red)