Batteriehersteller

Analysten skeptisch: "Alleinstellung von Varta ist vorbei"

Der Aktienkurs des Batterieherstellers Varta, der dem österreichischen Investor Michael Tojner gehört, ist deutlich eingebrochen. Zuvor meinte ein Analyst, Varta werde eine führende Rolle bei Knopfzellen behalten, doch die Konkurrenz sei "näher dran als gedacht."

Die Aktien des zum Firmenimperium des österreichischen Unternehmers Michael Tojner gehörenden deutschen Batteriekonzerns Varta gaben im MDAX der Frankfurter Börse um fast sieben Prozent nach. Grund war eine erneute Herabstufung durch einen Commerzbank-Analysten.

Commerzbank-Analyst Stephan Klepp stufte nun die Aktien aus Sorge vor steigendem Konkurrenzdruck von "Hold" auf "Reduce" weiter ab. Die Alleinstellung des Batteriekonzerns bei Micro-Hochleistungsbatterien zum Beispiel für Wireless-Kopfhörer sei vorbei, schrieb der Experte als Begründung.

Varta werde zwar eine wichtige Rolle am Markt für diese Lithium-Ionen-Knopfzellen behalten, die Konkurrenz sei aber näher dran als gedacht - und der aufkommende Wettbewerbsdruck dürfte seiner Einschätzung nach bleiben. 2020 dürften Anleger daher gespalten auf die Aktie blicken: Optimisten würden wohl auf Volumenvorteilen beharren, die Pessimisten aber die Preise und die Margen unter Druck sehen. Klepp selbst sieht die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

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Varta baut aus

Der Experte befürchtet nun eine baldige Kapitalerhöhung, weil der Batteriehersteller mit der Investition in größere Kapazitäten auf den Nachfrage- und Konkurrenzdruck reagiert. Für dieses Jahr habe das Management zwar genügend finanziellen Spielraum, 2021 könnte aber mehr Eigenkapital nötig werden.

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Das Kursziel für die Aktien kappte Klepp von 135 auf nur noch 82 Euro, was verglichen mit dem aktuellen Kurs noch ein Abwärtspotenzial von knapp vier Euro bedeutet. Das Kursziel der Commerzbank bezieht sich auf einen Zeitraum von zwölf Monaten. Mit der Einstufung "Reduce" gehen die Analysten davon aus, dass die Aktie eine Gesamtrendite von weniger als 0 Prozent impliziert. (dpa-afx/apa/red)

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