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Ametsreiter verabschiedet sich mit Rekordgewinn

Telekom Austria hat im ersten halben Jahr 2015 das Ruder herumgerissen. War die Bilanz für das Jahr 2014 noch tiefrot ist sie nun satt schwarz. Jubel ist trotzdem nicht angebracht, nach wie vor belasten die Telekom deren Niederlassungen in Südosteuropa. Es ist die letzte Bilanz des scheidenden Telekom-Chefs Hannes Ametsreiter, der von einem "Rekordgewinn" sprach.

"In der CEE-Region blieben die makroökonomischen Gegenwinde noch stärker als erwartet spürbar", teilte die Telekom mit. Trotz der Probleme in Südosteuropa konnte die Telekom im zweiten Quartal 2015 aber deutlich zulegen. Der Umsatz ging zwar "nur" um 2,1 Prozent auf 982,8 Millionen Euro nach oben, das Betriebsergebnis drehte allerdings von minus 260,6 auf plus 121 Millionen Euro.

Den größten Umsatzzuwachs verzeichnete der Konzern am Heimatmarkt, hier gab es ein Plus von sechs Prozent auf 618,5 Millionen Euro. In Bulgarien musste dafür ein Minus von 5,9 Prozent verdaut werden, in Slowenien gar von 12,1 Prozent. In Österreich sank die Zahl der Mobilfunkkunden im zweiten Quartal um 2,5 Prozent auf 5,37 Millionen. Der Durchschnittsumsatz pro Kunden blieb mit 16 Euro pro Monat stabil. Auffallend ist der starke Rückgang bei den Nutzern von mobilem Breitband, hier gab es ein Minus von 8,3 Prozent.

Der Halbjahresgewinn lag bei 171 Millionen Euro. Dies sei ein "Rekordgewinn", der über dem Vierfachen der Analystenerwartungen liege, sagte Ametsreiter. Die Ebitda-Marge von 34 Prozent sei beeindruckend, ebenso wie die Profitabilität, betonte er vor Journalisten. 

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In ihrem Ausblick für das Gesamtjahr geht die Telekom auch auf die Konkurrenz durch virtuelle Mobilfunkbetreiber ein, wie etwa das Hofer-Angebot "H.o.T". Deren Markteintritt hat den Wettbewerb verschärft. Damit muss sich Telekom-Chef Hannes Ametsreiter aber ohnehin in zwei Wochen nicht mehr herumschlagen. Er verlässt das Unternehmen mit Ende Juli und wird mit 1. Oktober Chef bei Vodafone Deutschland. Der ehemalige Monopolist Telekom gehört mittlerweile zu 59,7 Prozent der mexikanischen America Movil des Milliardärs Carlos Slim, Österreich hält 28,4 Prozent.

Harter Wettbewerb

Zum Abschied betonte Ametsreiter einmal mehr, wie hart der Wettbewerb in Österreich sei. Und Finanzchef Siegfried Mayrhofer ergänzte: "Wenn Sie jetzt in den Urlaub fahren, dann vergleichen Sie einmal die Preise mit Österreich." Diese würden hierzulande "meilenweit" unter dem EU-Schnitt liegen. Der Wachstumstreiber im ersten Halbjahr 2015 war aber ohnehin nicht der Mobilfunk, sondern das Geschäft mit IT-Dienstleistungen, das im Jahresvergleich um 9,2 Prozent zulegte. Ein Minus gab es erneut bei den Beschäftigten in Österreich. Mit 8.655 Mitarbeitern arbeiten nunmehr um 2,1 Prozent weniger als noch vor einem Jahr für den ehemaligen Monopolisten. (apa)